
König Friedrich der Große
von Theodor Rehtwisch
Aussprüche des großen Königs
| In Staatsgeschäften darf man weder Vorurteile noch Leidenschaft haben, erlaubt ist nur die fürs Gemeinwohl. |
| Die echte Kraft des Staates beruht darin, daß alle Mitglieder von gleichem Eifer beseelt sind und das allgemeine Beste jedem einzelnen am Herzen liegt. |
| Zum Wohl der Menschheit muß jeder das Seine tun. |
| Jedem Bürger sein Besitztum sichern und alle so glücklich zu machen, wie es die menschliche Natur zuläßt, ist Pflicht derer, die an der Spitze der Gesellschaft stehen. |
| Das Aufblühen von Kunst und Wissenschaft ist das sicherste Zeichen, daß ein Land unter kluger Regierung glücklich, wohlhabend und reich ist. |
| Unterricht ist ein wichtiger Gegenstand, dem Fürsten nicht vernachlässigen sollten und den ich selbst aufs Land hin erstrecke. |
| Künste und Wissenschaften gehen Hand in Hand; wir verdanken ihnen alles; sie sind die Wohltäter des Menschengeschlechts. |
| Das kostbarste Gut, das den Händen der Fürsten anvertraut, ist das Leben ihrer Untertanen. |
| Fürsten müssen der Lanze des Achilles gleichen, die das Übel zufügte und heilte; wenn sie den Völkern Leiden verursachen, so erheischt es ihre Pflicht, sie wieder gut zu machen. |
| Der Krieg ist ein Geschäft der Ehrenmänner, in dem Bürger für ihr Vaterland ihr Leben preisgeben. Aber wenn sich Eigennutz hineinmischt, so artet diese edle Geschäft in gemeine Raubsucht aus. |
| Wer da glaubt, einen Feind im Kriege durch Schonung andern Sinnes zu machen, der irrt; nur Siege bringen ihn zum Frieden. |
| Die Welt ruht nicht sicherer auf den Schultern des Atlas, als Preußen auf einer solchen Armee. |
| Der Friede ist Vater der Wissenschaft. |
| Es gibt nur ein sicheres und unfehlbares Mittel, sich einen guten Ruf in der Welt zu erhalten: nämlich das wirklich zu sein, was man vor der Welt scheinen möchte. |
| Keine Einsamkeit ist so abgeschlossen, keine Pflicht so mächtig, keine Leidenschaft so stark, das ich dadurch meinen Freunden unzugänglich werden könnte. |
| Der Mensch ist ein Tröpfchen im Ozean der Ewigkeit. |
| Die Dankbarkeit gegen die Eltern hat keine Grenzen; man wird getadelt, zu wenig, aber niemals zu viel getan zu haben. |
| Ein ehrlicher Mensch zu sein: das ist die erste Eigenschaft, die die Gemüter vereinigt und ohne die kein vertrauter Umgang möglich ist. |
| Um zu verbessern, muß man einreißen und wieder aufbauen. |
| Die Nachwelt richtet uns, und wenn wir klug sind, kommen wir ihr durch strenge Selbstbeurteilung zuvor. |
| Im Sturm muß alles arbeiten, der Steuermann wie die Matrosen; wenn sie im Hafen sind, können sie lachen und ausruhen. |
| In Unglückszeiten ist man nicht Herr der Ereignisse; man kann nichts weiter tun, als fleißig arbeiten. |
| Die Schule der Leiden lehrt Vorsicht, Verschwiegenheit und Mitgefühl. |
| Ach wie weise, mäßig, geduldig und sanftmütig macht die Schule der Widerwärtigkeit. Sie ist eine fürchterliche Prüfung; hat man sie aber überstanden, so ist sie für die ganze übrige Lebenszeit nützlich |
| Es kommt nicht darauf an, daß ein Mensch den Faden seines trägen und unnützen Lebens ausspinnt bis zum Alter des Methusalem; sondern je mehr einer gedacht, je mehr schöne und nützliche Taten er vollbracht hat, desto mehr hat er gelebt. |
| Ich denke, ein wahrer Freund ist ein Geschenk des Himmels. |
| Jeder, der sich den Leidenschaften hingibt, ist ein verlorener Mensch. |
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Quelle: Ein Gedenkbuch zu seinem 200jährigen
Geburtstags, 1912, Verlag Georg Wigand, von rado jadu 2001
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