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Der Herrnhuter Stern
Licht in der Dunkelheit

Ein bißchen Geschichte
Der Sternhandel
Industrielle Fertigung
Sternelei
In den Internaten
Der selbstgebaute Stern (Bauanleitung)
Montage
Historie
Der Falzplan

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Plan

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Eine Dokumentation und Bauanleitung der Zinzendorfschulen Königsfeld im Schwarzwald

 

Ein bißchen Geschichte

Bekannt seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist der Herrnhuter Stern auch heute noch ein in vielen Familien und Gemeinden auf der ganzen Welt gebräuchlicher und beliebter Advents- und Weihnachtsschmuck.

Seine Entstehungsgeschichte ist nicht eindeutig geklärt, fest steht aber, daß der erste Stern dieser Art in der Unitäts Knabenanstalt der Herrnhuter Brüdergemeinde in Niesky (Oberlausitz) gebaut wurde.

Anläßlich der Feiern des 50. Jahrestages des Einzugs der "Knäbchenanstalt" in Niesky schmückte "ein großer leuchtender Stern mit 110 Strahlen" die zur Knabenanstalt führende Allee.

Eine mündlich überlieferte Entstehungsgeschichte erzählt von einem mathematisch versierten Erzieher, der, um den Jungen die Mathematik zu veranschaulichen, sie mit Schneiden und Kleben vor Vierkantkörpern (Polyedern) beschäftigte. Mit den auf den Flächen angesetzten Pyramiden seien dann die Sterne entstanden. Anfangs wurden sie mit Rüböllämpchen beleuchtet, welches im Laufe der Zeit dann durch Petroleum und schließlich durch die Glühbirne ersetzt wurde.

Der Sternhandel

Weitere schriftliche Zeugnisse liefert dann Samuel Baudert in seinem Bericht über den ersten Adventssonntag 1887 in der Missionsknabenanstalt von Kleinwelka. Ein von Lehrern gefertigter erleuchteter Adventsstern gehörte dazu.

Rund 10 Jahre später gibt es die ersten Herrnhuter Sterne im Handel, der Geschäftsmann Pieter Hendrik Verbeek organisierte die Herstellung und den Vertrieb. Auch dazu gibt es eine kleine Geschichte:

Ein Soldat fertigte für seine Kameraden in der Kasernenstube einen Stern. Die Mannschaft und die Vorgesetzten des jungen Mannes fanden Gefallen an dem Stern und schließlich hörte ein Buchbinder in der Stadt von dem Sternbauer. Er bat ihn, so viele Sterne wie nur möglich zu bauen und im Jahr darauf hingen 8 prächtige Adventssterne im Schaufenster des Buchbinders, natürlich waren sie bald verkauft.

Industrielle Fertigung

Aus dem sehr empfindlichen reinen Papierstern entwickelte sich um 1900 eine robustere Version mit festen Sternkörper aus Blech und mit Schienen. Darauf ließen sich ebenfalls auf Metall geklebte Papierzacken aufschieben. Beleuchtet wurde dieser Stern mit einem Öllämpchen. Nach jedem Gebrauch konnte er leicht demontiert und verpackt werden. Im Versandhandel war dieser Stern in verschiedenen Farbkombinationen erhältlich und so verbreitete er sich bald als Adventsstern in vielen herrnhutischen Familien und Institutionen. Seit 1925 finden übergroße Adventssterne auch in den Kirchensälen der Brüdergemeinde Eingang und künden dort mit ihrem Licht in der Adventszeit von der nahen Ankunft des Herrn. Außerdem gab es damals für Bastler eine Art Modellbaubogen, gestanzte Sternkörper aus Pappe und dazu bunte Sternpapierbogen mit aufgedruckten Zacken, zum Ausschneiden und Zusammenkleben eines "fast"selbstgemachten Sterns.

Die heute im Handel erhältlichen Sterne werden seit 1968 im gleichnamigen Ort Herrnhut industriell gefertigt. Über 1,5 Millionen "Original Herrnhuter Weihnachtssterne" sind seither in alle Welt verkauft worden und haben den Stern als weihnachtliches Symbol weltweit bekannt gemacht.

"Sternelei"

Neben der industriellen Herstellung blieben aber die Brüderischen Knabenanstalten die eigentlichen Zentren der "Sternelei". Hier bietet die Gemeinde für Jungen und Mädchen, die nicht bei ihrer Familie weilen können, vorweihnachtliches Erleben mit Adventsfeiern in den Internaten. Die verschiedenen "Stuben" versuchen sich gegenseitig in der Herstellung von kunstvollen Raumschmuck zu überbieten und bei den traditionellen Wandelabenden in der Adventszeit können die festlich geschmückten Internatsräume von den Gemeindemitgliedern besichtigt werden.

Aber nicht nur in den Internaten sondern auch im Schulunterricht und in eigens in der Adventszeit angebotenen Bastelgruppen werden auch heute noch in mühevoller Arbeit Herrnhuter Sterne von den Schülern gebaut. Aus speziellem Sternpapier werden Körper und Zacken geschnitten, gefaltet und geklebt, ein Glühlämpchen bringt den Stern zum Leuchten. Und so wie die Lebenswege der ehemaligen Schüler um die ganze Welt gehen, hat auch der Herrnhuter Stern Freunde auf allen Kontinenten. So gibt es zum Beispiel in Kanada eine Seniorengruppe, die sich das ganze Jahr über regelmäßig trifft, um Sterne zu bauen. Die Kunstwerke werden in den USA verkauft, der Erlös kommt der Missionsarbeit zugute.

In den Internaten

Jedes Jahr, schon Wochen vor der Adventszeit, beginnen auch die Schülerinnen und Schüler der Königsfelder Zinzendorfschulen im Unterricht und in den Internaten, Sternkörper und Zacken zu bauen. Die Schul- und Internatsgebäude werden in der Vorweihnachtszeit mit Herrnhuter Sternen geschmückt.

Allenthalben sieht man dann eifrig beschäftigte Kinder und Jugendliche, die mit viel Geduld und Genauigkeit an ihrem Stern basteln, bis er endlich leuchtend im Klassenzimmer, der Internatsstube oder zu Hause erstrahlt. Die fertigen Kunstwerke sind gefragte Weihnachtsgeschenke und manch junger Sternbauer kann sein Taschengeld in der Vorweihnachtszeit mit dem Verkauf eines selbstgebastelten Herrnhuter Sterns ein wenig aufbessern.


 

Der selbstgebaute Stern

Bauanleitung:

Zum Bau eines abgedruckten Sternes sollten Messer, Lineal, Schere und Klebstoff bereitliegen. Der Sternkörper (A) wird zunächst sauber ausgeschnitten. Die Klebelaschen und die gestrichelten Falzlinien werden angeritzt und nach innen gefalzt, dann zusammengeklebt. Entsprechend wird mit den Zacken (B und C) verfahren. Hierbei müssen die Zackenspitzen besonders behutsam bearbeitet werden. In eine Zacke kleben wir ein Stück Faden und legen ihn zur Schlaufe, die zur Spitze herausschaut und als Anhänger des Sternes dient. Wenn alle Einzelteile fertig sind werden die Zacken nacheinander an den Sternkörper geklebt.

Und lassen Sie sich nicht irritieren, wir haben jeweils eine große und eine kleine Zacke mehr auf den Bogen gedruckt, falls ´mal etwas schief geht .



Quelle: © Gruppe 3; 1993; sylli jadu 2002


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