Waldemar Bonsels
Himmelsvolk
|
Waldemar Bonseln wurde 1881 geboren und starb 1952. Im Jahre 1912
schrieb er "die Biene Maja und ihre Abenteuer" Maja: in der griechischen Mythologie eine Bergnymphe. Geliebte des
Zeus, durch den sie Mutter des Hermes wird. |
|
Die Waldwiese
|
|
|
Quelle: Waldemar Bonsels, 1915 Schuster & Löffler, von rado Jadu 2000 |

Die Waldwiese
|
Bei der Waldwiese, auf
der alten Linde, die sich noch kaum belaubt hatte, saß Kuno. der
Star, vor Sonnenaufgang und putzte sich im frühlicht. Seine Brust
glänzte schwarz und golden, er war ein prächtiger Vogel. "Sie
sind einfach unverschämt", sagte Onna ärgerlich. "Der Schlehdorn blüht schon," sagte der Star nachdenklich, "haben Sie einmal mitten in diesem reinen Blütenlicht gesessen, so recht mitten darin, womöglich bei Sonnenschein? Ich sage Ihnen Madame ... aber Sie da unten in Ihrem Morast sind ja eigentlich nur dem Namen nach ein Vogel. Doch jetzt halten Sie mich nicht länger auf, ich muß fort." Und er machte
einen kleinen Sprung und segelte schnurgerade über die Saatfelder
dahin, auf die Wohnungen der Menschen zu. Ein kleiner dürrer Ast
brach ab und fiel nieder uns Moos, mitten zwischen die Anemonen, die
noch nicht erwacht waren. * * * Bald
darauf stieg die Morgensonne am Frühlingshimmel empor, und die
Anemonen wiegten sich sanft im Wind, der kühl und unsichtbar, nach
Windesart, aus den Zweigen der großen Linde niederzusinken schien.
Die Gräser wurden wach, fröstelten ein wenig unter den winzigen
Tauperlen, die zu vielen Tausenden an ihnen hingen, und rasch verbreitete
sich die nachricht unter den Erwachsenden, daß es ein heller Sonnentag
werden sollte. Man merkte gleich, wie wichtig so ein warmer Frühlingstag ist, an der Art, wie glücklich eine ältere Gänseblume sich langsam gegen das Licht aufrichtete und zurücklehnt den roten Schein aufnahm. Sie hatte überwintert und war sehr erfahren. Es sah aus, als tränke ein durstiges Wesen in vollen Zügen Wasser an einer Quelle. Dann rief sie den erwachenden kleineren Blumen, die rund um sie her standen und alle von ihrer Art waren, den Morgengruß der Blumen zu:
Es will hier gesagt sein, daß unter vielen Menschen die Meinung verbreitet ist, daß die Pflanzen und Tiere keine Sprache hätten. Das ist nun freilich insofern wahr, als die Sprechweise dieser Geschöpfe der unsrigen nur schwer zu vergleichen ist, sie reden gewiß nicht auf dieselbe Art miteinander, wie Menschen es tun. aber daraus darf niemand zu Recht den Schluß ableiten, daß alle diese Geschöpfe sich nicht auf ihre Weise miteinander verständigen, ihre Sinne sind wohl anders beschaffen, als die unsrigen, aber deshalb sind sie nicht weniger fein und fügsam, nicht weniger klar oder eindringlich. so bedürfen die Pflanzen, um miteinander zu verkehren, des Windes oder ihres Duftes und vor allem der Insekten, die einen großen und weitverzweigten Nachrichtendienst zwischen allen Blumen versehen, die alle Ansprüche, Wünsche und Gedanken, ja sogar die feinsten und lieblichsten Empfindungen, derer die Pflanzen fähig sind, auf wunderbare Art vermitteln. Es hat in der Vergangenheit Zeiten gegeben, in welchen der Glaube der Menschen an die Sprache und die Stimmen der geschöpfe der Natur verbreiteter war, als es heute der Fall ist. Es muß daher gekommen sein, daß vor Tausenden von Jahren die Menschen enger am Herzen der Natur lebten, daß sie den Pflanzen dankbarer waren für ihre Früchte, den Tieren für ihre Dienste, und den wäldern für das Obdach, das sie Ihnen gewährten. So hörten sie in frommer Andacht auf die Stimmen ihrer Wohltäter und lauschten auf das Rauschen der alten Linden. Sie vernahmen in der Stimme des Baums die Stimme der Vergangenheit und der Zukunft. Wir müssen uns wohl hüten, diese alte Weisheit rasch als ein Zeichen des Aberglaubens zu verwerfen; alle, welche die Natur draußen kennen, werden gerne gestehen, daß der Sonnenschein über weiten Wiesen oder das Rauschen der Bäume im Wind das menschliche Herz ruhiger machen, besonnen und frei. Wer sähe aber die Vergangenheit oder die Zukunft, oder auch die Sorgen der gegenwart nicht mutiger und gerechter an, wenn sein Herz einer solchen Freiheit teilhaftig geworden ist? Auf diese Art war zu manchen Zeiten ein Band tiefen Einvernehmens zwischen der welt der Menschen und der übrigen Geschöpfe der Natur geschlungen, und es ist nur unser Verschulden, wenn wir verlent haben, es zu erkennen. Wenn ich euch nun so mancherlei aus dieser Welt erzähle, so übersetze ich alles, was ich gesehen und gehört habe, in die Sprache der Menschen, bis ihr einmal selbst hinausgeht, um die Sprechweise der Tiere und Pflanzen zu lernen, und wahrscheinlich werdet ihr dann mehr und Besseres erfahren, als ich euch erzählen kann, denn es ist nun einmal so in der Welt bestellt, daß man von allem Schönen, das man erlebt, das Beste nicht sagen, sondern nur empfinden kann. Die meisten der wichtigen Ereignisse, die in diesem Buch erzählt werden,haben sich auf der Waldwiese am Traulenbach abgespielt, dort, wo die tausendjährige Linde an der Grenze der Felder und des Laub- und Föhrenwaldes steht. Es ist ein von den Menschen fast ganz vergessener Ort, nur im Frühling oder im Herbst kommt ein Landmann in die Nähe dieser Waldwiese, wenn er seine Äcker besät oder pflügt, und alle Jahre vielleicht einmal ein Jäger mit seinen Hunden, aber nicht einmal das ist ganz sicher. So hatten die Tiere des Waldes, die Bäume, Pflanzen und Blumen auf der Waldwiese einruhiges Leben auf ihre Art, das nicht von Menschen gestört wurde. Die meisten von ihnen kannten nur den Wind, den Sonnenschein und den Regen, außer dem dunklen Erdboden, dem sie vertrauten. Sie hörten wohl durch die Bäume oder Vögel von den Menschen, auch kam es vor, daß an schönen Abenden die Linde aus ihrer an Erlebnissen reichen Vergangenheit erzählte, aber die wenigsten von ihnen hatten den Menschen überhaupt jemals gesehen. |
| ||||
| Elfen, auch Elben oder Alben genannt sind ursprünglich Gestalten der nordischen Sagenwelt, es sind die "Dunkelzwerge", es gibt leuchtende Elfen des Lichts und Schwarze Elfen der Finsternis. Sie sind wunderschön und verfügen über große Zauberkräfte. |
Die
Sprache der Elfen
Elfen (Nordischer
Volksglaube)
Feen
und Elfen Seite
Sie
helfen den Elfen
Elfenwelt von
fantasy globes - schaut mal rein
Welt
der Elfen
© Copyright 2000-2002 by JADU