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Reisen S.M.S. "Gneisenau"

| Amoy Ist
eine Stadt von etwa 114000 Einwohnern (nach anderen Schätzungen mit
Vororten 200000 bis 300000), darunter 32 deutsche (04). Die Stadt liegt
an der S-W Seite der Amoy-Insel und ist einer der Hauptauswanderungshäfen
Chinas. Dem fremden Handel ist die Stadt endgültig seit dem Vertrage
von Nanking geöffnet, der auf ihre Einnahme durch die Engländer
am 26, Aug. 1841 erfolgt. Amoy gilt als Stadt der dritten Klasse und ist
Sitz eines Titu (Admiral), eines Tsantschiang (Oberst), eines Taotai und
eines Hai fang ting (Seeunterpräfekt) die Fremdenniederlassungen
liegen im Westen der Stadt längs der Ostseite des Hafens. Dort sind
auch alle Geschäftsräume der Europäer, währen deren
Privatwohnungen sich fast sämtlich auf Kulangsu befinden. Diese Insel
ist in letzter Zeit eine internationale Niederlassung unter eigener Verwaltung
geworden. Die Gesundheitsverhältnisse der Stadt Amoy sind schlecht.
In den Monaten Mai bis September treten gewöhnlich Pest oder Cholera
unter der einheimischen Bevölkerung epidemisch auf. Am 3. Jan. 1914 ging es weiter nach Singapore, wo wir am 9 Jan. abends ankerten. Im Hafen lag der Holländer De Zeven Provincen." Liegt zu beiden Seiten des Singaporeflusses und wird durch die Festungswerke auf Blakang Mati und eine starke Garnison verteidigt. Als Freihafen hat Singapore nach der Besitzerreifung im Jahre 1867 durch die Engländer in kurzer Zeit grosse Bedeutung für den Schiffsverkehr gewonnen, die auch jetzt noch zunimmt, trotzdem Singapore nur Anlaufshafen auf der grossen Handelsstrasse zwischen Indien und Ostasien ist. Die Einwohnerzahl betrug 1902 235000 Köpfe, davon cir. 4000 Europäer. Die Ge--Jiäftsstadt von Singapore liegt an der Südseite es Singaporeflusses, der an dieser Seite mit Kaien und Warenspeichern versehen ist. In der Nähe der Landungsbrücke (Johnson's Pier) liegen das Post- und Hafenamt und die Geschäftsgebäude der Europäer. Von dort führt eine Brücke über den Fluss nach dem europäischen Viertel. In der Nähe liegen noch das Rathaus, Gerichtsgebäude, die St. Andrew Kirche und die Raffles Schule. Weiterhin schliesst sich das Eingeborenenviertel an. Hier in Singapore sind wohl so ziemlich alle Menschenrassen vertreten und ist hier die beste Gelegenheit, die verschiedensten orientalischen Völkerschaften zu beobachten. Arabische Händler, Malaien, Singhalesen, Bengalesen gehen Seite an Seite mit den gleichmütigen chin. Zopfträgern ihrer Beschäftigung nach. Die Strassen-köche, Postkartenhändler und sonstigen Gewerbetreibenden, deren Tätigkeit sich auf offener Strasse abspielt, alle die Rickshas, Wagen u. Karren die sich durch das Strassengewühl winden, vermitteln dem Auge ein höchst eigenartiges Bild, von exotischem Reize. Japanische Mädchen in ihrer ansprechenden Nationaltracht, in grellfarbige Gewänder gekleidete Malaienkinder und chin. Frauen in ihren Hosenkostümen mit verstümmelten Füssen, sorgfältig frisiert bringen noch mehr Leben in das Gesamtbild. Das Museum enthält eine gute Sammlung von Spezialitäten des Imeeres, ausserdem sind einige Tempel und der Botanische Garten einen Besuch wert. Ebenso bietet der Sportplatz in den ersten Abendstunden ein interessantes Bild. Später, wenn die flackernden chinesischen Papierlaternen ein Ungewisses Halbdunkel in der Eingeborenenstadt verbreiten, kann man noch einen interessanten Einblick in eines der dort befindlichen Volkstheater gewinnen. Der Wert der Wareneinfuhr betrug 450000000 M, der
der Ausfuhr 350 bis 400 000 000. M Am 18. Jan. verliessen wir den Hafen von Singapore und ankerten in der Singaporestrasse, am 19. früh dampften wir weiter und trafen am 23. Jan. 9 h. vormittags in Padang an der Westküste von Sumatra ein. |
