
| Tsingtau | Inhalt | Uracas |
Reisen S.M.S. "Gneisenau"

|
Die Marianen Wurden 1521 von Fernao de Magelhaes entdeckt. Ihr Name Islas de las relas vatilas", Inseln der lateinischen Segel (nach den Booten der Eingeborenen), wurde bald in Jslas de los Ladrones," Diebesinseln umgetauft, weil die Bevölkerung gern fremdes Eisen stahl. Die Inselgruppe wurde 1565 von Spanien in Besitz genommen und wieder Jslas Marianas" genannt, nach der Königin Ana de Austria, der Mutter Philipps IV. 1899 nahmen die Vereinigten Staaten die Insel Guam in Besitz. Den Rest der Gruppe kaufte das deutsche Reich am 30. Juni 1899 und Hess am 17. Nov. desselben Jahres die Flagge auf Saipan" hissen. Die Marianen bilden eine Kette vulkanischer Inseln von 144 1/2° bis 146° östlicher Länge und 13° bis 21° nördlicher Breite. Die Vulkane sind grösstenteils erloschen, noch tätig sind: Pagan, Assongsong und Uracas. Die Pflanzenwelt ist, wie in Mikronesien überhaupt, indisch. An sandigen trockenen Küsten wächst eine strauchartige Kasuarine; am verbreitesten ist die Kokospalme, die auch auf trockenen Inseln dem Küstensaum folgt. Auf manchen fruchtbarerem Inseln, z. B. auf der grossen Ebene von Pagan" bildet sie ausgedehnte Wälder. Ueber den Mongrovenwaldungen in den Schluchten, erheben sich aus einem Grunde meist riesiger Gräser die Kokospalme, der Brotfruchtbaum und die Arekopalme. Ausserdem pflanzt die Bevölkerung Erdnüsse, Yams, Taro, Mais, Zuckerrohr, Bataten, (Kartoffelartige Frucht) Maniok, Baumwolle, Manilahanf, Bananen, Ananas, Mangos, Orangen, Reis, Kaffee, Kakao, Rizinus und Tabak. An
Säugetieren gibt es nur den fliegenden Hund und die Ratte. Von den
Spaniern wurden Axishirsche, weisse Rinder, Hunde, Schweine, Ziegen und
Hühner eingeführt, die jedoch verwildert sind. Unter den Vögeln
fallen die Mähnentaube und das Grossfusshuhn auf. Papageien sind
selten, Seevögel hingegen zahlreich. Wanzen, Flöhe und Moskitos
sind eine arge Die Einwohnerzahl soll früher gross gewesen sein, schmilzt jetzt aber allmählich zusammen. Der Charakter der Bewohner wird als rachsüchtig und diebisch bezeichnet. Die Ureinwohner sind die Chamorro (Kahlkopf,) ausserdem gibt es noch Philippiner, Karolinier, Palau. Insulaner, Japaner, Chinesen und Weisse auf den Inseln. Die Karoliner kamen, teils durch Sturmfluten aus der Heimat verschlagen, teils absichtlich hinüber um sich anzusiedeln. Die beiden Völker leben nicht immer friedlich miteinander. Die Chamorro verachten die in der Kultur tiefer stehenden Karolinier wegen ihrer Unfeinheit, diese aber jene wegen Mangels an körperlicher Kraft. Daher sind Mischungen zwischen beiden sehr selten. Der Handel der Marianen ist noch gering. Kopra (getrocknetes Fleisch der Kokosnüsse) ist der Hauptgegenstand der Ausfuhr, ferner Früchte, Tabak u. ä. m. |
