Nagasaki (Japan) Inhalt Port Arthur Amoy

Reisen S.M.S. "Gneisenau"

Tschifu oder Yentai-Town

Liegt an einer schmalen Bucht mit sandiger Küste, westlich vom Town hill. An dem südlichen Abhänge dieses Hügels befinden sich einige europäische Häuser, sowie die Konsulate.. Das Ganze ist durch eine Mauer eingeschlossen. Am Strande liegt das chinesische Zollamt und 2 Hotels. Die Bevölkerung wird auf 80 bis 90000 Seelen geschätzt. Das Klima ist für Europäer unzweifelhaft das gesundeste von allen Plätzen Chinas. Die Atmosphäre ist trocken und wirkt durch die Seebrise nervenstärkend. Am 29. Oktober verliessen wir Tschifu und trafen am 30ten in Port Arthur ein. Im Hafen lag der jap: Krz. Mitsushima.

Port Arthur (Byojun Ko)

Zerfällt in drei Teile, die neue Stadt, die alte Stadt und das Chinesenvirtel. Stadt und Hafen sind von einer Hügelkette, welche im Osten mit dem Goldenen Hügel beginnt und sich rund um Port Arthur bis zum Laotieshan hinzieht, eingeschlossen. Es ist eine starke natürliche Position, welche durch die Russen ohne Rücksicht auf Anstrengung und Kosten für die Befestigungswerke geschickt nutzbar gemacht ist. Die Forts waren durch alle denkbaren Verteidigungsmittel verstärkt und mit den bestbewährtesten Waffen armiert. Zur Überbringung von Mitteilungen waren die einzelnen Forts durch Tunnels und geschützte Laufgräben verbunden. Als die Japaner Port Arthur belagerten, waren die einzelnen Festungen durch Drahtverhaue, Minen u. ähnl. stark befestigt. Doch in weniger als einem Jahr war Stadt und Hafen in japanischen Händen.

Port Arthur war urspünglich eine Chinesenstadt ohne Mauern, auf dem südlichen Ende der Liaotung Halbinsel gelegen. Sie bietet einen interessanten Gegensatz zu der im westlichen Teil liegenden, schön angelegten Europäerstadt. 1897 pachteten die Russen dieses Territorium und legten nach und nach die Forts, die Stadt und den Hafen an. Der Handel blühte auf und viele europäische und chinesische Geschäftsleute fanden ihren Weg nach Port Arthur. Die alte Stadt entstand ungefähr 2 Meilen westwärts. Doch am 4. Februar 1904 begann der Krieg und endete mit der Übergabe von Port Arthur, am 2. Januar 1905. Als die Japaner die äusseren Forts erobert hatten, eröffneten sie auf die innere Stadt ein heftiges Granatfeuer, welches fast alle Gebäude mehr oder weniger zerstörte. Selbst jetzt zeigen noch viele staatliche Gebäude, sowie Privat-Häuser" von dem Granatfeuer herrührende Breschen. Der grösste Teil der Forts und der Stadt war in Asche gelegt, die im Hafen befindlichen russischen Schiffe waren gesunken oder gescheitert. Vor der Einfahrt konnte man die gesunkenen jap. Blockadeschiffe liegen sehen, die unter schweren Anstrengungen versucht hatten, ihre schwierige Aufgabe zu lösen. Da Port Arthur rings von Bergen eingeschlossen und nur an der Südseite offen ist, so ist das Klima Sommer und Winter sehr mild.

Sehenswürdigkeiten von Port Arthur sind die Schlachtfelder von Erlungschan, Shikuanshan, Sungshushan, der 203 m Hügel, der Goldenene Hügel. (Besichtigung desselben war verboten). Auf dem Monumenthügel sind die sterblichen Reste von 22000 gefallenen jap. Soldaten beigesetzt. Auf der Spitze steht ein grosser Erinnerungsturm, welcher unter dem Protektorat von General Nogi und Admiral Togo am 28 Nov. 1909 enthüllt wurde. Der Turm ist 218 FUSS hoch und kostete 260000 Yen. Von hier hat man eine grossartige Aussicht auf Stadt, Hafen und Forts. Am östlichen Abhänge von Hsiao Anzuchan befindet sich das russische Monument zum Andenken an die dort liegenden 14631 gefallenen russischen Soldaten.

Es wurde am 10. Juni 1908 im Beisein der Generale Herngros, Chichakoff, Nogi, Osima u. a. enthüllt. Auf einer Anhöhe der östlichen alten Stadt liegt das Militärmuseum. Es enthält viele interessante Trophäen und Reliquien. Der Eingang ist durch Modelle, alte Geschütze, Granaten und ähnliches geschmückt. Dann wären noch die Nord-Forts, Adlernesthügel und zwei Drachenhügel zu erwähnen. Ebenso befindet sich in Port-Arthur eine Maschinenbauschule, Knaben-und Mädchenschulen. Die Bevölkerung betrug 1910 16797 Köpfe. Am 2. November gingen wir wieder nach Tsingtau. Auf der Höhe von Kap Yatau brach die Porteuerkette des ßb. Ankers und da die Kette wegen Schleppmanövers ausgeschäkelt war, ging der Anker verloren. Zwei Tage lang wurde danach getaucht, musste aber schliesslich als erfolglos aufgegeben werden. Am 4. Nov. ankerten wir auf Innenreede von Tsingtau. Vom 11. November bis 20. Dezember lag S. M. S. Gneisenau in der Tsingtau Werft zum Docken, zu Instandsetzungs- und Überholungsarbeiten.

Weihnachten wurde noch in Tsingtau gefeiert, am 27. Dez. 13 warfen wir von der Mole los zur Südreise. Der erste Hafen war Amoy, hier ankerten wir am 30. Dez. Im Hafen lagen der chin. Krz. Hai Tschi u. Kbt. Tschukuang.

Amoy