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Kriegsrundschau
Bericht in 2 Teilen Teil 1 in Rot Teil 2 in Grün |
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Der Raubzug gegen unsere Kolonien
aus Kriegsrundschau, 1915, Verlag der Täglichen Rundschau, Berlin
Fortsetzung und Ergänzung der
wiedergegebenen amtlichen Zusammenstellung
von Nachrichten aus den deutschen Schutzgebieten.
| Englands Bestreben ging von Anfang an dahin, unseren Handel lahmzulegen und uns in der Ferne der Stützpunkte zu berauben, die für die Bewegung deutscher Kriegsschiffe von Vorteil sein mußten. Der Raubkrieg gegen unsere Kolonien begann. Das Kolonialamt hat die kriegerischen Ereignisse während der ersten drei Monate zusammengestellt. Wir geben aus diesem amtlichen, Mitte November den Zeitungen zugestellten Bericht die wesentlichen Abschnitte wieder. |
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Deutschneuguinea
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Besitzungen in der Südsee
Deutschneuguinea
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Über die Aufnahme der Kriegserklärung und die unmittelbar darauf folgenden Ereignisse in Deutschneuguinea ist die Kolonialverwaltung durch einen von dort abgereisten Beamten genauer unterrichtet worden. Da anzunehmen war, daß im Falle eines Angriffes der Engländer von diesen zunächst versucht werden würde, sich des Gouvernementssitzes in Rabaul sowie der größeren Niederlassungen dortselbst und in Herbertshöhe zu bemächtigen, die ungeschützt am Meere liegen, so wurde Toma, das von der See aus nicht beschießbar ist, als Verwaltungssitz gewählt. Gleichzeitig mit diesen Maßnahmen schritt man zur Organisation des bewaffneten Wissensstandes. Bemerkenswert ist, daß auch die Italiener und ein dort ansässiger und angesehener Japaner mit etwa hundert seiner Landsleute dem Gouvernement ihre Dienste gegen einen etwaigen Angriff der Engländer anboten. Letzteres Angebot wurde mit Rücksicht auf die heimischen Nachrichten jedoch nicht angenommen. Die Zahl der im ganzen eingezogenen Deutschen belief sich auf etwa fünfzig. Am 12. August erschien ein aus vier Kreuzern und drei Torpedobooten der australischen Flotte bestehendes Geschwader vor Herbertshöhe und Rabaul und forderte die Beamten auf, die Lage der Funkenstation bekanntzugeben. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt. Daraufhin drohte der Flottenkommandant, die Niederlassungen in Herbertshöhe und Rabaul zu beschießen. Die Beamten blieben jedoch bei ihrer Weigerung und das Geschwader dampfte, nachdem sowohl in Herbertshöhe als auch in Rabaul die Postämter von gelandeten Truppen zerstört worden waren, wider Erwarten, ohne die Drohung auszuführen, ab. Über
die weitere Entwicklung der Dinge sind wir durch Veröffentlichungen
in australischen Zeitungen unterrichtet: Nach heftigem Widerstande soll sich der befehlshabende deutsche Offizier dieser Verteidigungslinie einige hundert Meter von der Telefunkenstation entfernt ergeben haben. Die Telefunkenstation selbst wurde weiter verteidigt, und erst als die Engländer Geschütze in Stellung brachten, um die Station zu beschießen, vermutlich am 12. September, übergebend und von den Engländern zerstört. Nach dem Falle der Telefunkenstation gingen die Landungstruppen gegen Toma vor. Bei den von den Deutschen hier angelegten Verschanzungen fanden dann kleine Gefechte statt, doch war die Überlegenheit der Angreifer so groß, daß sich die Verteidiger ergeben mußten. |
Fortsetzung
| Über die dortigen Ereignisse liegen seit Abschluß der ersten Mitteilung nähere schriftliche Nachrichten noch nicht vor. Die englischen Zeitungsnachrichten enthalten ausführlichere Darstellungen der anläßlich der Besetzung des Schutzgebietes stattgehabten Gefechte, bringen aber nichts wesentlich Neues. Es wird indessen auch wiederum ausdrücklich bestätigt, daß die deutschen Streitkräfte hartnäckigen Widerstand leisteten, und daß sich auch die schwarzen Polizeitruppen sehr gut gehalten haben. Am 13. September fand nach der den vorliegenden englischen Zeitungsnachrichten die feierliche Inbesitznahme des Schutzgebietes durch die englischer Streitkräfte statt. |