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Bilder von Samoa

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Bilder von Samoa

Die samoanische Frage, die lange Zeit im Mittelpunkt des Interesses aller Deutschen stand, denen die Größe und das Ansehen des Reichs am Herzen lag, ist nun endlich zu allseitiger Zufriedenheit gelöst. Auf den schönsten und größten Inseln des Archipels Savaii und Upolu weht nun allein die deutsche Flagge. Es ist in der Tat ein herrliches Land, das damit in den Verband des Deutschen Reiches tritt.

Das tropische Klima, der vulkanische Untergrund zeitigt die denkbar üppigste Vegetation. Im Innern der Insel erheben sich hohe Berge, die der dichteste Urwald bedeckt, an den Küsten hat deutsche Arbeit wahre Pradiesgärten geschaffen. Die Bewohner, die der polynesischen Rasse angehören, sind ein schöner, hoher Menschenschlag, die der Kultur nicht abhold sind. Der Reisende ist oft erstaunt, wenn er im Kreise der Inselbewohner ausgebildeten mimischen Vorstellungen begegnet, die von einer Musik begleitet sind, der man eine gewisse Melodik nicht abstreiten kann.

Hinter den Frauen trifft man oft Gestalten, deren ebenmäßige Schönheit sogar ein europäisches Auge entzückt. Wie sie ihre leichten Hütten bauen, zeigt eins unserer Bilder. Gegen die Unbilden des Wetters braucht man dort sich nicht zu schützen, ein einfaches Dach genügt, und für des Leibes Nahrung sorgt verschwenderisch Mutter Natur.

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Seitdem die Insulaner sich zum Christentum bekehrt hatten — in vielen Dörfern findet man hübsche Holzkirchen — kamen sie allen Fremden freundlich entgegen. Da waren es vor allen andern deutsche Kaufleute, die die weite Reise nach der Südsee unternahmen, um die Kokosnuß, die dort geerntet wird, zu verwerten. Dann kamen kriegerische Zeiten.

Das friedliche Volk spaltete sich in Parteien, und Mißgunst und Neid der fremden Mächte schürten den Kampf. Mehrmals mußten deutsche Kriegsschiffe eingreifen, und mancher braver Matrose ruht dort unten für immer aus. Die letzten Ereignisse sind noch in aller Gedächtnis.

Mit ängstlicher Spannung konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf den fernen Archipel, und als die Nachricht kam, ein deutscher Pflanzer Hufnagel sei als Gefangener auf ein englisches Schiff gebracht, flammte das Nationalbewußtsein mächtig empor. Das deutsche Volk hat seine Stellung in Samoa immer als eine nationale Ehrensache empfunden, um so freudiger begrüßt es nun die glückliche Lösung.

Quelle: Die Woche 1899, von rado by jadu 2002

 

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