König Schild und Hrodgar

Aus alten Zeiten wir viel erzählt von kühnen Thaten der Helden, mit denen sich die hehren hohen Ruhm erwarben. Dereinst schwamm ein Schiff, gleich einem Schild gestaltet, über das Meer an die Küste des Nordlands. Reiche Schätze schimmerten rings am Bord, und hoch vom Mast flatterte ein goldfarbenes Banner. In dem Schiff aber ruhte schlafend ein Kind von göttlicher Anmut und Schönheit. Staunend beschauten die Küstenbewohner das Wunder, als das Schiff ans Land trieb, und empfingen den ihnen von den Göttern gesandten Knaben mit schauernder Ehrfurcht. Der König des Landes aber, welches das Dänenland hieß, nahm ihn an Kindes-Statt an und nannte ihn, da er einst in einem Schild ans Land geschwommen kam, Skilod, das ist Schild.
Der Knabe wuchs heran und wurde ein gepriesener Held, der sich als überaus klug und einsichtsvoll erwies, so daß er, nachdem er ins Mannesalter getreten war, von dem Volk zum König gewählt wurde, weil der Beherrscher des Landes im Alter unfreundlich und habgierig geworden war und deshalb bei einem großen Teil der Männer sich unbeliebt gemacht hatte.
Schild wurde nun an seiner Statt zum Schützer und Schirmer des Volks erkoren, und teilte reiche Schätze unter seinen Kämpen aus, so daß sie ihn als einen edeln und guten Heerkönig priesen.
Lange Jahre herrschte er so in Macht und Ansehen und hinterließ seinen Söhnen, als er starb, ein wohl gefestigtes Reich. Er hatte an alles gedacht und selbst seine Bestattung vorgesehen. Nach seinem Tod trugen seine Hofleute den teuern Herren in den Schoß des Meerschiffes, daß ihn einst ans Land geführt hatte, setzten ihn an den ragenden Mast und häuften rings um ihn Kriegsgewande, Brünnen und Schwerter. Das goldene Banner zogen sie ihm zu Häupten auf und schoben nun das Fahrzeug hinaus auf das schweigende Meer, das ihn einst hergeführt hatte und ihn nun wiederum empfing. Langsam schwamm das Totenschiff hinaus in die Ferne, und niemand weiß, was aus ihm geworden ist. Skiols Nachfolger, die Schildinge, aber beherrschten lange Zeit das Reich in Frieden und Segen.

Quelle: Nordlandsagen, Emil Engelmann, Paul Neff Verlag, 1895, von björn jadu 2001

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Beowulfsage, erstes germanisches Buchepos in Stabreimen, entsteht in England 799.


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