Informationen über die Germanen :

Die Germanen entstanden aus indogermanischen Stämmen, die am Nord-, Süd- und Westrand der Ostsee saßen und sich bis zu den Alpen zwischen Rhein und Weichsel ausbreiteten, besonders durch Verdrängen der Kelten.- Nach der "Germania" des Tacitus gab es drei Hauptstämme: Ingwäonen, Herminonen (Irminonen) und Istwäonen, die wahrscheinlich Kulturverbände darstellen. Hinzu kommen die Ostgermanen von der Ostsee und der unteren Weichsel bis zur unteren Donau und die Nordgermanen (Scionen). Gesamtzahl der Germanen vielleicht 4-7 Millionen.

Nur gegen die Römer vermochten sich die Germanen zunächst nicht durchzusetzen, die die Kimbern und Teutonen 102 und 101 v.Chr. vernichteten. Unter Augustus gingen die Römer an die Unterwerfung der Germanen. Doch bei dem Überfall 9 n.Chr. im sumpfigen Teutoburger Wald durch Arminius wurden drei römische Legionen unter Varus vernichtet. Die Römer beschränkten sich auf die Verteidigung (Limes zwischen Rhein und Donau, den sie bis 260 hielten). Dann brach das Römische Reich stückweise unter dem Ansturm der Germanen zusammen.

Die Ostgoten begründeten in Italien 490-552 ein Reich, die Wandalen in Nordafrika 429-534, die Westgoten in Südgallien und Spanien 412-711, die Franken in Gallien, die Langobarden in Oberitalien. Doch nur die Franken in Gallien (Frankreich) konnten sich behaupten und sogar die Alemannen, Bayern, Thüringer, Friesen, Langobarden und Sachsen unterwerfen.

Goten, ostgermanisches Volk, das nach der Stammessage aus Skandinavien kam und über das untere Weichselgebiet nach Südrussland und dem Schwarzem Meer zog. Die Goten spalteten sich in zwei Völker, die Ostgoten (Ostrogoten, Greuthungen) unter dem Königsgeschlecht der Amaler und die Westgoten (Wisigoten, Therwingen) unter dem Königshaus der Balten. Der Ostgotenkönig Ermanrich (Hermanrich, 350-375) bildete ein Großreich, das durch die Hunnen zerstört wurde.

Den Westgoten gelang es, sich vor den Hunnen nach Westen zurückzuziehen. König Alarich I. (395-410) eroberte Italien (410 Einnahme Roms). Sein Nachfolger Athaulf (410-415) aber führte sein Volk durch Gallien nach Spanien. Eurich (466-484) führte das Westgotenreich zur größten Ausdehnung (fast ganz Spanien und Gallien bis zur Loirs) und höchsten Macht. Rekkared I (586-601) trat zum Katholizismus über, und nunmehr gingen die Westgoten rasch in der großen Masse der Romanen auf. Letzter König war Roderich 710-711, der 711 in der Schlacht bei Xeres de la Fontera gegen die Araber fiel. Die Westgoten zogen sich vor dem Islam nach Nordwestspanien zurück und begannen von hier die Rückeroberung (Reconquista).

Die Ostgoten mußten sich den Hunnen unterwerfen. Ein Teil blieb auf der Krim. Durch Attilas Tod 453 wurden sie frei und siedelten in Pannonien. Von hier führte sie Theoderich der Große (475-526) nach Italien. Der Plan Theoderichs, einen germanischen Staatenbund (Westgoten, Burgunder, Wandalen, Franken, Thüringer) unter seiner Führung zu bilden, scheiterte an Chlodwig. Der byzantinische Kaiser Justian entriß den Goten Sizilien und Unteritalien, König Witiches (536-540) wurde vom byzantinischem Heerführer Belisar gefangengenommen Aber noch einmal richtete Totila (Badwila, 541-552) die gotische Herrschaft auf, unterlag aber gegen die germanischen Söldner des Byzantiners Narses und fiel bei Taginä 552, ebenso der letzte König Teja 552 am Vesuv.

Wandalen, ostgermanisches Volk, wanderten von der Oder um 100 n.Chr. nach Ungarn (Theiß) und um 400 mit Alanen und Sweben nach Spanien (Andalusien =Wandalusien). Vor den Westgoten weichend, setzten sie 429 nach Nordafrika über und begründeten unter Geiserich ein blühendes Reich um Karthago. Die wandalische Flotte beherrschte das Mittelmeer. Unter Geiserichs Nachfolger ging die Macht der Wandalen zurück, sie wurden vom Byzantiner Belisar 534 besiegt und vertrieben.

Das von den römischen Legionen geräumte Britannien wurde von den Angelsachsen erobert. Nur die Nordgermanen, die Dänen, Schweden und Norweger blieben in ihren alten Wohnsitzen, befuhren als Wikinger die Meere.

Quelle: Bertelsmann Volkslexikon 1956, Jadu 2000.

: "die wahrscheinlich Kulturverbände darstellen". Müßte es nicht "Kultverbände" heißen? (= hängen dem selben Kult an / verehren in gemeinsamen Heiligtümern dieselben Götter?)


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