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Über das erste Zusammentreffen
der Germanen mit den Römer berichtet Plutarch in seinem "Leben
des Marius"; zwei kleine Stellen sind nach Frontinus und Florus eingeschaltet
worden, und der Schluß ist nach Appian und Casius Dio gegeben.
Marius Feldherr (104 v. Chr.)
Das Gerücht von
den Kimbern und Teutonen, von der Masse und der Macht dieser anrückenden
Kriegsscharen, fand zuerst in Rom kein Glauben. Später zeigte es
sich, daß es von der Wirklichkeit noch übertroffen wurde. An
streitbarer Mannschaft nämlich zogen 300. 000 kampfgerüstet
heran; dabei, hieß es, schleppten sie weit größere Scharen
Kinder und Weiber mit sich. Sie suchten ein Land, das diese ungeheure
Menschenmenge zu ernähren vermöchte, - Städte, worin sie
sich für ihre Zukunft niederlassen konnten, wie sie aus früherer
Zeit von den Galliern hörten, daß diese den schönsten
Teil von Italien den Etruskern abgenommen und besetzt hätten.
Sie selbst waren bei ihrer Abgeschlossenheit nach außen und bei
der Ausdehnung der Ländermasse, über welche sie heranzogen,
eigentlich unbekannt. Man wußte weder ihre Abstammung, noch ihren
Ausgangspunkt, von welchem aus sie nun über Gallien und Italien,
wie eine Wetterwolke, hereinbrachen. Am wahrscheinlichsten rechnete man
sie noch zu denjenigen germanischen Stämmen, deren Gebiet sich an
das nördliche Weltmeer erstreckte. Man schloß dies aus der
Größe ihrer Gestalten, der hellblauen Farbe ihrer Augen, wie
aus dem Umstande, daß "Kimbern" bei den Germanen der Name
für Räuber ist! Sie seien nicht in einem Sturme, oder ohne Unterbrechungen,
sondern im Verlauf einer langen Zeit kriegerisch über das Festland
hingezogen, indem sie nur eben in der guten Jahreszeit alljährlich
vorwärts rückten.
Der größere
und streitbarste Teil von Ihnen, der an der äußersten Grenze
am "äußeren Meere" wohnte, habe ein düsteres,
wälderisches, der Sonne fast unzugängliches Land inne gehabt,
was von der Größe und Dichtigkeit der Waldungen herrühre.
Die Menge betrug nach vielfachen Angaben nicht sowohl unter - als vielmehr
über der obengenannten Zahl. An Mut und Keckheit unwiderstehlich,
im Dreinschlagen, wenn eine Schlacht geliefert wurde, der Heftigkeit und
Gewalt des Feuers ähnlich, rückten sie näher und näher
heran. Niemand vermochte ihrem Anprall zu widerstehen; alle, zu denen
sie kamen, erschienen wie ein totes Beutestück und wurden rein ausgeplündert.
Sogar viele und bedeutende römische Armeen und Feldherren, welche
man zum Schutze des jenseits der Alpen gelegenden Galliens aufgestellt
hatte wurden schmählich hinweggefegt.
Und gerade diese zogen durch ihr schlechtes Benehmen im Kampfe den Sturm
der Feinde gegen Rom herbei. Denn siegreich über alle Gegner, auf
welche sie stießen, und im Besitze ungeheurer Schätze, die
sie erbeuteten, beschlossen sie, sich nirgends niederzulassen, bis sie
Rom den Erdboden gleichgemacht und Italien völlig verwüstet
hätten.
Als die Römer dies
von allen Seiten hörten, beriefen sie den Marius zur Feldherrnwürde.
Zum zweitenmal ward er zum Konsul ernannt. Zwar verbot das Gesetz, einen
Abwesenden, der nicht eine bestimmte Zwischenzeit hatte verstreichen lassen,
wieder zu wählen, aber das Volk ließ sich durchaus keinen Widerspruch
gefallen.
Als Marius ins Feld zog, suchte er vor allem seine Armee abzuhärten,
indem er sie schon unterwegs durch mancherlei Übungen m Laufen, sowie
durch große Märsche tüchtig exerzierte. Auch mußte
durchaus jeder Soldat seine Bagage selbst tragen und ebenso sein Essen
mit eigener Hand zubereiten. Daher kam es, daß man noch späterhin
alle fleißigen Leute, welche das Anbefohlende still und ruhig ausrichteten,
sprichwörtlich "Maulesel des Marius" nannte.
Indessen hatte nun Marius, wie es scheint, ein bedeutendes Glück,
sofern der andringende Wogenschwall der Barbaren wieder eine rückgängige
Bewegung machte und sich zuerst über Spanien ergoß.
Hierdurch bekam er Zeit,
teils die Körperkräfte seiner Mannschaften zu üben, teils
ihren Geist wieder zu kräftigem Mute zu erheben und - was das Wichtigste
war - ihnen selbst nach seiner Eigentümlichkeit näher bekannt
zu werden. Denn sein im Anfang so finster aussehendes Wesen, seine unerbittliche
Strenge im Strafen erschien ihnen, sobald sie sich einmal alle Vergehungen
abgewöhnt, nicht nur gerecht, sondern auch im höchsten Maße
heilsam. Die Heftigkeit seines Zorns, der rauhe Ton seiner Stimme, der
wilde Blick seines Auges war gleichfalls durch die tägliche Gewohnheit
gar bald nicht mehr ihnen selbst, sondern nur noch, wie sie glaubten,
dem Feinde ein Gegenstand des Schreckens. Am meisten aber gefiel den Soldaten
seine Unparteilichkeit als Richter, wovon man viele Beispiele erzählt.
Sobald Marius von der Nähe des Feindes erfuhr, rückte er in
aller Schnelligkeit über die Alpen. Er schlug am Rhonefluß
ein verschanztes Lager auf und häufte daselbst eine Masse von Vorräten
an, um niemals nur durch den bloßen Mangel der nötigen Bedürfnisse
zum Schlagen gezwungen zu sein.
Der Transport dessen, was
er für die Armee brauchte, war früher auf dem Seewege lang und
kostspielig gewesen; Marius machte ihn leicht und schnell. Die Mündungen
der Rhone setzen nämlich an den Stellen, wo das Meer seine Fluten
staut, bedeutenden Schlamm und Sand an, der durch den Wogenschlag mit
dem dichten Moraste zu einer festen Masse sich vereinigt und dadurch die
Einfahrt für Getreideschiffe bisher beschwerlich, mühsam und
langsam machte. Marius beorderte sein unbeschäftigtes Heer an diesen
Punkt. Er ließ einen großen Kanal graben, leitete einen beträchtlichen
teil des Flusses dahin ab und führte ihn durch eine Krümmung
an einen geeigneten Teil der Küste. Dieser Kanal besaß eine
tiefe, selbst für große Schiffe fahrbare, ruhige und von keinem
Sturme aufgeregte Ausmündung ins Meer. Noch heutzutage behauptet
er den Namen, den er von seinem Erbauer empfangen hat.
Die Vernichtung der Teutonen bei Aquä Sextiä
(102 v. Chr.)
Die Barbaren hatten sich
indessen in zwei Hälften getrennt. Die Kimbern bekamen die Aufgabe,
durch Norikum von obenher gegen Catalus vorzurücken und hier den
Durchmarsch zu erzwingen. Dagegen sollten die Teutonen und Ambronen durch
Ligurien am Meere hin gegen Marius ziehen.
Bei den Kimbern gab es nun einen größeren Aufenthalt und Verzug.
Die Teutonen und Ambronen dagegen brachen sogleich auf, marschierten durch
das zwischenliegende Land und kamen jetzt zum Vorschein - unermeßlich
an Anzahl, gräßlich in ihrem Aussehen -, und dabei mit einem
Geschrei und Gelärme, worin ihnen niemand gleichkam. Sie nahmen einen
großen Teil der Ebene in Beschlag, und als das Lager fertig war,
forderten sie den Marius zur Schlacht heraus.
Allein er kümmerte
sich um all dies nicht, behielt dagegen seine Soldaten hinter dem Walle
beisammen , fuhr jeden scharf an, der den Kecken zu spielen suchte, und
wenn einer in der Leidenschaft einen Ausfall oder eine Schlacht wagen
wollte, so schalt er ihn geradezu einen Verräter des Vaterlandes.
"Der Ehrgeiz gelte jetzt keineswegs Triumphen und Trophäen,
sondern der Zweck bestehe lediglich in der Abwendung des Krieges, dieser
großen drohenden Gewitterwolke, - in der Rettung Italiens."
Die sagte er den Offizieren der verschiedensten Rangstufen mehr im einzelnen;
dagegen stellte er die Soldaten abteilungsweise auf den Wall und hieß
sie hinausschauen. Dadurch gewöhnte er sein Heer, sich vor dem Aussehen
der Feinde nicht mehr zu fürchten und ihre Stimme auszuhalten, welche
durchaus fremdartig und tierisch war. Auch lernte man allmählich
ihre Bewaffnung und Bewegungen kennen, und machte sich überhaupt
mit der Zeit durch den wiederholten Anblick diese schrecklichen Erscheinungen
sozusagen handsam und geläufig in seinen Gedanken. Marius war überzeugt,
daß die Neuheit einer an sich furchtbaren Sache noch manches, das
nicht vorhanden sei, lügnerisch hinzusetze, während durch die
Gewohnheit auch das an sich Schreckliche alle betäubende Wirkung
verliere.
Im vorliegenden Falle minderte
zunächst der tägliche Anblick die Verblüfftheit immer mehr.
Aber es stellte sich, gegenüber den Drohungen der Barbaren und ihrer
unerträglichen Prahlerei, auch Zorn ein, der siedendheiß in
den Seelen zu brennen anfing, weil die Feinde nicht bloß die ganze
Umgegend auf das entsetzliche verheerten und ausplünderten, sondern
auch mit großer Unverschämtheit und Frechheit auf das Lager
selbst Anfälle machten.
Die Folge war, daß mancherlei Stimmen und unwillige und unwillige
Äußerungen der Soldaten an Marius gelangten: "Wo hat Marius
eine Feigheit an uns bemerkt, daß er uns, wie Weiber, hinter Schloß
und Riegel vom Kampfe zurückhält? Wohlan, im Geiste freier Männer
wollen wir fragen: ob er auf andere Leute wartet zum Kampfe für Italien,
und ob er uns durchweg nur als Tagelöhner brauchen will, wenn man
Gräben ziehen muß, Schlamm ausbaggern und Flüsse ableiten?
Für solche Sachen, scheint es, übte er uns durch die vielen
Strapazen! Das sind die Taten seiner Konsulate, nach denen er jetzt ins
Bürgertum zurücktritt! Oder schreckt ihn das Schicksal eines
Carbo, eines Cäpio, welche dem Feinde unterlagen? Sie unterlagen
nur, weil sie selbst den Ruhm und die Tapferkeit eines Marius von ferne
nicht besaßen, und dazu ein weit geringeres Heer zu führen
hatten. Aber - wenn man nur handeln darf, dann ist selbst ein Unfall wie
der ihrige besser, als hinzusitzen und die Plünderung seiner Verbündeten
mitanzusehen!"
Als dies Marius hörte,
freute er sich und suchte die Soldaten durch die Erklärung zu beruhigen,
daß er keineswegs ein Mißtrauen in sie setze, sondern nur
in folge einiger Weissagungen für den Sieg den rechten Augenblick
und den günstigen Ort abwarte.
Die Teutonen wagten zwar bei der Ruhe, worin Marius verharrte, einen Angriff
auf das Lager. Allein sie stießen auf einen Hagel von Geschossen,
die von dem Wall herunterflogen. Nachdem sie also etliche von den Ihrigen
verloren hatten, beschlossen sie weiter vorzurücken.
Für den Alpenübergang befürchteten sie nicht das geringste.
Sie packten daher zusammen und zogen am römischen Lager vorüber.
Jetzt erst zeigte sich ihre ganze, ungeheure Menge an der Länge und
Zeitdauer des Vorbeimarsches. Nicht weniger als sechs Tage soll der ununterbrochene
Zug an Marius' Schanzen vorüber gedauert haben. Sie kamen dabei so
nahe, daß sie die Römer mit hellem Gelächter fragen konnten,
ob es nichts an ihre Frauen auszurichten gäbe? Sie würden bald
bei ihnen sein!
Als die Feinde vorüber
und vorwärtsgezogen waren, brach Marius gleichfalls auf und folgte
ihnen fast auf dem Fuße. Wenn er sich niederließ, so geschah
dies immer in unmittelbarer Nähe und hart an ihrer Seite. Doch mußte
das Lager stets befestigt sein; auch wählte er zu seinem Schutze
nur die Stärksten Stellungen, um keinen Angriff bei Nacht fürchten
zu müssen. So rückten sie denn beide vor, bis sie in die Gegend
von Aquä Sextiä (AI) gelangten, wo die Entfernung von den Alpen
nur noch unbedeutend war. Deshalb schickte sich nun auch Marius zu einem
Kampfe in dieser Gegend an. Er wählte für sein Lager einen Punkt,
der zwar fest, aber etwas wasserarm war, weil er beabsichtigte, wie man
angibt, auch hierdurch die Soldaten noch mehr anzustacheln. Wenigstens
als viele ihre Unzufriedenheit äußerten und von dem drohenden
Durste sprachen, zeigte er ihnen mit der Hand auf einen Fluß, der
in der Nähe der feindlichen Schanzen vorüberfloß. "Dort,"
sagte er, "dort könnten sie etwas zum Trinken kaufen, aber -
um Blut!"
"Nun denn," riefen sie, "warum führst du uns nicht
augenblicklich gegen den Feind, solang das Blut in unsern Adern noch flüssig
ist?"
Ganz ruhig erwiderte er alsdann: "Vor allen Dingen müssen wir
das Lager noch verstärken!"
Die Soldaten nun, obwohl
höchst ärgerlich, gehorchten ihm dennoch. Aber die Masse der
Dienerschaft, die weder für sich selbst, noch für ihre Zugtiere
etwas zu trinken hatte, stieg scharenweise zum Fluß hinab. Sie hatten
teilweise Äxte oder Beile, zum Teil auch Schwerter und Lanzen neben
ihren Krügen bei sich, um selbst mit kämpfender Hand sich Wasser
zu erobern.
Diese wurden anfänglich nur von wenigen Feinden angegriffen; denn
die meisten der letzteren frühstückten gerade nach dem Bade,
andere badeten sich noch.
Jene Gegend besitzt nämlich eine Anzahl warmer Quellen, und teilweise
wurden die Barbaren eben an der Quelle, da sie sich's wohl sein ließen
und ihrem vergnügen, ihrer Verwunderung voll Lobes über den
Platz waren, von den Römern überfallen. Auf das Geschrei lief
eine größere Anzahl zusammen, so daß es dem Marius schwer
fiel, seine Soldaten noch länger zurückzuhalten, welche um ihre
Bedienten in Angst gerieten. Auch auf feindlicher Seite stürmte die
tapferste Abteilung, von welchen früher die Römer unter Manlius
und Cäpio eine vollständige Niederlage erlitten hatten (sie
hießen Ambronen und waren allein schon über 30. 000 Mann stark),
in größter Eile zu den Waffen.
Obwohl sie nun den Magen
voll und durch den genossenen Wein mehr eine ausgelassene, lustige Stimmung
hatten, so rannten sie dennoch keineswegs in ungeordneter oder toller
Hast einher. So erhoben sie auch keineswegs nur ein verworrenes Kriegsgeschrei,
sondern schlugen vielmehr im Takt an ihre Waffen, marschierten insgesamt
in gleichem Schritt und riefen zugleich ihren Eigennamen: "Ambronen!"
vielfach aus, sei es, daß sie dadurch sich selbst noch mehr ermutigen,
oder auch den Feind durch diese Äußerung zum voraus in Schrecken
versetzen wollten.
Unter den italienischen Truppen rückten zuerst die Ligurier gegen
sie an. Wie diese das Geschrei hörten und den Sinn verstanden, riefen
sie ihnen entgegen, daß sei auch ihr ursprünglicher Name. Denn
wirklich bezeichnen sich die Ligurier nach ihrer Abkunft mit dem gleichen
Worte.
So begegnete sich denn von beiden Linien derselbe Ruf in der größten
Stärke, bevor das Handgemenge begann. Und da die Heere beiderseits,
Reihe um Reihe, dieses Geschrei gleichsam in die Wette erhoben und einander
durch die Größe des Lärms zu überbieten suchten,
so erhitzte und reizte das Geschrei die Gemüter noch mehr.
Nun zerriß aber der Fluß
die Glieder der Ambronen. Denn sie konnten nach dem Übersetzen sich
nicht zeitig genug in Schlachtordnung aufstellen, sondern die ersten wurden
sogleich von den Liguriern im Sturmschritt angefallen, und der Kampf,
Mann gegen Mann, nahm seinen Anfang. Weil aber die Römer den Liguriern
zu Hilfe eilten und von den Anhöhen herab auf die Barbaren losstürzten,
so waren diese genötigt, der Gewalt zu weichen. Die meisten wurden
ebendaselbst an dem Flusse aufeinander geworfen und zu Boden geschlagen,
so daß der Strom sich mit Blut und Leichen füllte. Andere,
welche nicht den Mut hatten nochmals umzuwenden, wurden von den herübergekommenen
Römern niedergemacht.
Dies geschah bis an das Lager und ihre Wagen, wohin sie zu entkommen suchten.
Hier aber rückten die Weiber mit Schwert und Beil heran, erhoben
ein entsetzliches, herzhaftes Zetergeschrei und wehrten sich gegen die
Flüchtlinge ebensogut, als gegen deren Verfolger. Die einen galten
ihnen als Verräter, die anderen als Feinde. Sie warfen sich ins dichteste
Gedränge der Kämpfenden, rissen mit der bloßen Hand den
Römern ihre Schilde herunter, packten das Schwert, ließen sich
alle Wunden gefallen, ließen sich zusammenhauen, - bis in den Tod
unbesieglich in ihrem wilden Mute.
So entwickelte sich also die Schlacht
am Flusse mehr durch Zufall, als nach dem bestimmten Plane des Feldherrn.
Zwar hatten die Römer eine Masse vom Ambronen niedergemacht; als
sie sich jedoch zurückzogen, und die Finsternis einbrach, wurde die
Armee keineswegs, wie sonst nach einem so bedeutenden Erfolge, von Sieges-
und Jubelliedern empfangen. Es folgte kein Trinkgelage in den Zelten,
keine freundliche Begrüßung beim Abendessen, ebensowenig, was
nach einem glücklichen Gefechte das Allerangenehmste ist, ein ruhiger
Schlaf; vielmehr war dies die angstvollste und unruhigste Nacht, die sie
jemals hinbrachten. Ihrem Lager fehlte Wall und Schanze noch gänzlich;
dagegen blieben hunderttausende von Barbaren übrig, die keine Niederlage
erlitten hatten.
Unter dieser mengten sich jetzt die Ambronen. Und nun war die Nacht hindurch
ein Klageschrei, das nicht mehr dem Jammern und Seufzen von Menschenstimmen
glich, sondern mehr wie ein Geheul und Brüllen von allerhand wilden
Tieren sich anhörte. Dazwischen hinein kamen Drohungen und Schmerzgeschrei;
- und das alles erhob sich von solchen Masse, daß die Berge der
Umgebung und das ganze Flußtal davon widerhallten.
So herrschte denn ein schauerlicher Lärm auf der ganzen Ebene. Die
Römer standen in der größten Angst und Marius selbst war
betroffen, weil er einen ungeordneten und verworrenen Kampf während
der Nacht erwartete. Indessen näherten sich die Feinde weder in der
Nacht, noch am folgenden Tage, sondern beschäftigten sich immer nur
mit Aufstellungen und Vorbereitungen.
Ein Teutone forderte Marius zum
Zweikampfe und verlangte, er solle aus dem Lager kommen. Er empfing die
Antwort: Wenn er ein so großes Verlangen nach dem Tode hege, könne
er sich ja aufhängen!
Da sich nun über dem Haupte der Barbaren abhängige Berghöhen
mit dichtbewaldeten Schluchten befanden, so schickte Marius indessen den
Claudius Marcellus nebst 3. 000 Mann dorthin ab, mit dem Befehle, sich
heimlich in den Hinterhalt zu legen und während des Kampfes plötzlich
im Rücken der feinde zu erscheinen. Das übrige Heer ließ
er zur gewohnten Zeit sein Abendbrot einnehmen und zur Ruhe gehen; aber
mit Tagesanbruch mußten die Truppen aus dem Lager rücken und
Stellung nehmen, wobei Marius die Reiter in die Ebene voraussandte.
Kaum hatten dies die Teutonen gesehen, so konnten sie den Gedanken nicht
ertragen, daß die Römer heruntergekommen und mit ihnen den
Kampf auf der Ebene ausfechten wollten! Sie griffen also mit aller Schnelligkeit
und Wut zu den Waffen und stürmten den Hügel hinauf.
Marius dagegen schickte seine Offiziere nach allen Richtungen aus und
ließ die Truppen auffordern, nur ganz ruhig stehen zu bleiben; wenn
sodann die Feinde in hinreichende Nähe gekommen wären, dann
sollte man zuerst die Wurfspeere abwerfen, hierauf das Schwert brauchen
und ihnen mit den Schild einen gewaltsamen Gegendruck geben; denn da die
Örtlichkeit für sie kein festes Auftreten gestatte, so würden
ebensowenig ihre Hiebe einen Nachdruck, als ihre geschlossene Linie irgend
eine Festigkeit haben, weil sie sich wegen der Unebenheit des Bodens stets
wenden und drehen müßten.
Indessen beschränkte sich
Marius nicht auf die Ermahnungen; er war zugleich der erste, den man sie
ausführen sah. Denn körperlich war er besser eingeübt,
als irgend ein anderer, und an Kühnheit stand er ohnehin allen bei
weitem voran.
Wie demnach die Römer ein Standhalten und Zusammentreffen wagten
und den Angriff der Feinde auf die Höhe aushielten, wurden letztere
allmählich sogar zurückgedrängt und mußten sich wieder
in die Ebene ziehen.
Während nun die vorderen sich auf dem flachen Gelände bereits
wieder in Ordnung aufzustellen suchten, entstand ein Geschrei bei den
hinteren, wo alles auseinander ging. Der richtige Augenblick war dem Marcellus
nicht entgangen. Als der Schlachtruf über den Hügel herüberdrang,
ließ er seine Mannschaft sich erheben, machte im Sturmschritt und
mit lautem Kriegsruf einen Angriff in den Rücken des Feindes und
begann ein Blutbad unter den letzteren. Diese zogen, was vor ihnen stand,
in den Strudel hinein und erfüllten in kurzem das ganze Heer mit
wilder Verwirrung, so daß der Feind das Einhauen von zwei Seiten
nicht lange aushielt, sondern seine Schlachtordnung auflößte
und floh. Die Römer verfolgten. Über hunderttausend wurden von
ihnen teils lebendig gefangen, teils zu Boden gestreckt.
Auch der König Teutobuches oder Teutobodus soll gefangen sein. Er,
der sonst über vier oder sechs Pferde fortzuspringen pflegte, fand
kaum eins zur Flucht. Er ward im nahen Walde ergriffen und gab ein schönes
Schaustück beim Triumphzuge ab. Denn der Mann in seiner riesigen
Länge überragte die Trophäen.
Nach der Schlacht ließ Marius
unter den feindlichen Waffen und Beutestücken alles Ausgezeichnete,
alles vollständig erhaltene, alles, was dem Triumph ein pomphaftes
Aussehen zu geben vermochte, aussuchen. Von dem andern ließ er die
ganze Masse auf einen großen Scheiterhaufen zusammentragen und brachte
sodann ein großartiges Opfer dar. Das Heer stand dabei unter den
Waffen, mit Kränzen auf dem Haupt.
Marius selbst hatte sich nach der herkömmlichen Sitte gegürtet
und die purpurverbrämte Toga angelegt. Jetzt nahm er eine brennende
Fackel, hob sie mit beiden Händen gen Himmel und stand im Begriffe,
den Scheiterhaufen damit in Brand zu stecken, als man plötzlich einige
Freunde zu Pferd gegen ihn heranjagen sah. Tiefes Stillschweigen; - alles
stand in gespannter Erwartung. In der Nähe angekommen, sprangen sie
herunter und begrüßten Marius mit der freudigen Botschaft,
daß er zum fünftenmal zum Konsul ernannt sei. Zugleich übergaben
sie ihm darauf bezügliche Schreiben.
Groß war der Jubel, der hierdurch zu dem Siegesfeste noch hinzukam.
Das ganze Heer erhob unter dem Klang und Klirren der Waffen ein lautes
kriegerisches Freudengeschrei, die Offiziere bekränzten Marius nochmals
mit Lorbeerzweigen, und jetzt erst zündete er den Scheiterhaufen
an, jetzt erst führte er das begonnene Opfer zu Ende.
Die Niederlage der Kimbern bei Vercellä (101
v. Chr.)
Wenige Tage darauf empfing Marius
aber die Unglücksnachricht, daß Rom von neuem mit Gefahr und
Ungewitter bedroht sei.
Catalus war nämlich gegen die Kimbern aufgestellt; allein er gab
es auf, die Pässe der Alpen zu hüten, um sich nicht durch die
vielfache Verteilung seiner Streitkräfte allzusehr zu schwächen.
Dagegen zog er sich alsbald tiefer nach Italien hinab, nahm eine Stellung
hinter der Etsch und deckte sich an den Übergangspunkten beider Ufer
durch starke Verschanzungen. Auch ließ er über die Furt eine
Brücke schlagen, um der jenseitigen Besatzung zu Hilfe kommen zu
können, wenn die Barbaren durch die Engpässe hindurch einen
Angriff auf seine Schanzen unternehmen sollten.
Letztere zeigten ein solches Übermaß von Hochmut und Keckheit
gegen ihre Feinde, daß sie, mehr um ihre Stärke und Beherztheit
zu zeigen, als um irgend etwas Notwendiges zu tun, sich sogar nackt einschneien
ließen, nackt über Gletscher und tiefe Schneelager hinauf die
höchsten Punkte erstiegen, droben ihre breiten Schilde sich unter
den Leib setzten, sich dann loß ließen und so über die
steilsten Anhöhen herunterfuhren, wo man in die fürchterlichsten
Abgründe ausgleiten und hinabstürzen konnte.
Jetzt schlugen sie ihre Lager
ganz in der Nähe auf. Sie besichtigten die Furt und begannen hierauf,
Boden aufzugraben und die benachbarten Hügel niederzureißen,
wie Giganten. Zugleich schleppten sie Bäume samt der Wurzel, abgerissene
Felsblöcke und Erdklumpen in den Fluß, dessen Strömung
sie gewaltig hinausdrängten. Auch ließen sie gegen die Unterbalken,
worauf die Joche standen, gewaltige Massen losschwimmen, die sodann stromabwärts
gezogen wurden und durch ihren Anprall die Brücke erschütterten.
Die meisten Soldaten verloren jetzt den Mut so sehr, daß sie das
große Lager verließen und sich zurückziehen wollten.
Hier zeigte sich Catalus als ein Mann, wie ein tüchtiger und vollkommener
Befehlshaber sein muß, der seine eigene Ehre weniger hochhält,
als die seiner Mitbürger. Da es ihm nicht gelang, seine Soldaten
zum Standhalten zu bewegen, da er sie vielmehr ängstlich zusammenpacken
sah, so gab er selbst dem Befehl, den Adler zu heben (nach römischen
Kriegsrecht das Zeichen zum Aufbruch), rannte eiligst zu den vordersten
Reihen der Abziehenden heran und stellte sich an ihre Spitze. Er wünschte,
daß die Schande lieber auf ihn selbst falle, als auf das Vaterland;
es sollte scheinen, daß sie nicht wohl flöhen, als nur ihrem
Feldherrn folgten, indem sie diesen Abzug veranstalteten.
Die Barbaren griffen nun die jenseits
der Etsch gelegenen Verschanzungen an und eroberten sie. Doch hegten sie
gegen die dortige römische Besatzung, welche sich äußerst
tapfer gehalten hatte, eine hohe Bewunderung. Daher gewährten sie
ihr freien Abzug, und beschworen dies bei dem "ehernen Stier"
(vielleicht ihr Feldzeichen), welcher späterhin erobert und nach
der Schlacht als Erstlingspreis des Sieges in das Haus des Catalus gebracht
worden sein soll. Jetzt aber flutete ihr Strom über das hilflose
Land, das sie völlig verwüsteten.
Unter diesen Umständen eilte Marius ohne Verzug zu Catalus, ermutigte
ihn und berief seine Truppen aus Gallien.
Sobald diese angelangt waren, überschritt er den Po und versuchte,
die Barbaren von dem weiteren eindringen in Italien abzuhalten. Die Feinde,
welche immer behaupteten, die Teutonen abzuwarten und über ihr langes
Ausbleiben sich zu verwundern, schoben deshalb die Schlacht hinaus. Entweder
wußten sie nichts von ihrem Untergang, oder sie wollten wenigstens
den Schein haben, als glaubten sie nicht daran.
Daher mißhandelten sie die Überbringer dieser Nachricht aufs
fürchterlichste und verlangten auch von Marius, an den sie Abgesandte
schickten, "für sich selbst und ihre Brüder Land und eine
genügende Anzahl von Städten, um darin zu wohnen." Marius
fragte die Abgesandten näher nach ihren Brüdern, und sie nannten
ihm - die Teutonen. Alle anderen lachten hell auf; Marius aber antwortete
spöttisch: "Laßt nur eure Brüder aus dem Spiele!
Die haben ihr Land! Sie haben es bereits von uns bekommen und werden es
auch behalten für ewig!"
Die Abgesandten, welche den Spott
wohl verstanden, brachen jetzt in Scheltworte aus und drohten Rache -
von den Kimbern sogleich, von den Teutonen, sobald sie angekommen wären.
"Sie sind ja hier," sagte Marius, "und es wäre grob
von euch, wenn ihr fortginget, ohne eure Brüder begrüßt
zu haben!"
Nach diesen Worten befahl er, die Könige der Teutonen gefesselt vorzuführen;
denn sie waren bei ihrer Flucht von den Sequanern in den Alpen gefangen
worden.
Als die Kimbern dies erfuhren, rückten sie wieder von neuem auf Marius
heran, der seinerseits ruhig blieb und nur sein Lager deckte.
Wie man erzählt, war es nun für die nächstfolgende Schlacht
zum erstenmal, daß Marius die bekannte Neuerung mit den Wurfspießen
vornahm. Derjenige Teil des Holzes nämlich, der in das Eisen hineinkommt,
war früher mit zwei eisernen Nägeln festgemacht. Jetzt ließ
Marius zwar den einen daran, wie bisher; dagegen nahm er den andern heraus
und fügte dagegen einen hölzernen, leicht zerbrechlichen Nagel
ein. Mit diesem Kunstgriff bezweckte er, daß der Wurfspieß,
wenn er auf den Schild des Feindes traf, nicht in gerader Richtung stecken
blieb, sondern zunächst der hölzerne Nagel brach und dadurch
eine Krümmung am Eisen entstand, so daß der Schaft durch die
Verbiegung der Spitze festgehalten wurde und nachgeschleppt werden mußte.
Der Kimbernkönig Boiorix
ritt nun mit kleinem Gefolge zu dem Lager heran und forderte Marius auf,
Tag und Ort zu bestimmen und sodann zur entscheidenden Schlacht um das
Land hervorzutreten. Hierauf erklärte Marius: "daß die
Römer noch niemals über die Schlacht einen guten rat vom Feinde
gebraucht hätten; demungeachtet wollten sie den Kimbern den Gefallen
tun!" Sie setzten also, von dem laufenden an gerechnet, den dritten
Tag fest, und als Walplatz die Ebene bei Vercellä. Diese war für
die Römer zu den Bewegungen der Reiterei geeignet, während sie
dem andern Teil die volle Entfaltung seiner Massen gestattete.
Beide warteten nun den festbestimmten Zeitpunkt ab; dann stellten sie
sich in Schlachtordnung auf. Catalus hatte 20. 300 Mann; die Truppen des
Marius beliefen sich auf 32. 000 Mann.
Auf seiten der Kimbern rückte nun das Fußvolk in aller ruhe
aus den Verschanzungen hervor, und zwar in einer Tiefe, welche der front
gleichkam. Die Reiterei, 15. 000 Mann stark, sprengte in vollem Glanze
daher. Sie trugen Helme, welche aussahen wie der Rachen und die eigentümlichen
Gesichtsformen von wilden Tieren. Durch die Büsche mit Fittichen
wuchs der Helm noch mehr in die Höhe, so daß die ganze Figur
größer erschien. Zudem trugen sie stattliche Panzer von Eisen
und glänzend weiße Schilde. Als Wurfgeschoß hatte jeder
einen Speer mit zwei Haken, und im Handgemenge gebrauchten sie ein großes,
wuchtiges Schwert.
Diesmal griffen sie die Römer
nicht geradezu von vorne an, sondern machten eine Schwenkung gegen rechts
und suchten sie allmählich dahin zu locken, um sie in die Mitte zwischen
sich und dem zur Linken aufgestellten Fußvolk hineinzuwerfen.
Die römischen Generale merkten diese List wohl, aber sie waren außerstande,
noch zu rechter Zeit ihre Soldaten zurückzuhalten. Kaum hatte ein
einziger gerufen, daß der Feind fliehe, als bereits alle sich in
Lauf setzten, um ihn zu verfolgen.
Indessen rückte das Fußvolk der Barbaren heran, wie ein unermeßliches
Meer in unruhiger Bewegung. Da wusch sich Marius die Hände, hob sie
gen Himmel und betete zu den Göttern, unter Angelobung einer Hekatombe
(eines großen Opfers von 100 Stieren). ebenso betete Catalus mit
erhobenen Händen und verhieß, dem "Glücke des Tages"
einen Tempel zu erbauen. Auch soll Marius nach der Tötung des Opfertiers,
als man ihm die Eingeweide vorzeigte, mit lauter Stimme gerufen haben:
"Mein ist der Sieg!"
Indessen kämpfte für die römische Seite auch die Hitze
und die Sonne, welche den Kimbern ins Gesicht schien. Letztere waren sehr
hart in Ertragung von heftiger Kälte: sie waren überhaupt in
einem sonnenlosen und frostigen Klima aufgewachsen; dagegen die große
Hitze warf sie jetzt völlig danieder. Sie schwitzten am ganzen Leibe,
konnten's fast nicht verschnaufen und mußten sich die Schilde vors
Gesicht halten, weil eben die Schlacht sich nach der Sonnenwende des Sommers
ereignete.
Übrigens trug zur Steigerung
des Mutes auch der Staub wesentlich bei, weil er die Feinde versteckte.
Man konnte ihre Menge nicht schon aus der Ferne sehen. Alle rannten eben
auf diejenigen los, die vor ihnen standen, und waren dann im Handgemenge,
ohne zuvor durch den Anblick eingeschüchtert worden zu sein.
Die Römer waren überhaupt körperlich so abgehärtet
und an Strapazen so sehr gewöhnt, daß man keinen Mann bei ihnen
schwitzen oder keuchen sah, obgleich der Zusammenstoß in einer erstickenden
Schwüle und in vollem Laufe geschah. Catalus selbst soll dies zur
Ehre seiner Soldaten in seinem Berichte erzählt haben.
Der größte und tapferste Teil der Feinde wurde auf dem Walplatz
zusammengehauen. Denn um das Zerreißen ihrer Schlachtlinie zu verhüten,
hatten sich die Kämpfer der ersten Linie durch große ketten,
die an den Gürteln befestigt waren, miteinander zusammengebunden.
Die fliehenden trieb man in ihre Lager, wo man Auftritte von höchst
tragischer Art zu sehen bekam. Die Frauen standen in schwarzem Gewande
auf den Wagen und töteten die Flüchtlinge, gleichviel, ob es
Mann, Bruder oder Vater war. Ihre unmündigen Kinder erwürgten
sie mit den Händen und warfen sie unter die Räder oder die Hufe
der Lasttiere, worauf sie sich selbst den Tod gaben. Die Männer banden
sich, in Ermangelung von Bäumen, mit dem Halse an die Hörner
und Füße der Ochsen; sie stachelten dann die Ochsen, und wenn
diese nun davonrannten, so wurden sie zu Tode geschleift oder getreten.
Indessen, so viele auch auf diese
Weise umkamen, so wurden dennoch über sechzigtausend Gefangene gemacht;
der Gefallenen sollen es zweimal so viele gewesen sein.
Die Gegenstände von Wert wurden jetzt durch Marius Soldaten geplündert.
Die große Masse des Volkes rief Marius als dritten Gründer
Roms aus. Man sah die Gefahr, welche durch ihn abgewendet wurde, für
ebenso groß an, als einst die gallische gewesen war. Deswegen stellte
jedermann in seinem hause mit Weib und Kindern ein Freudenfest an, wobei
man neben den Göttern auch den Marius die Erstlinge der Speisen und
des Weines als Opfer darbrachte.
Quelle: Aus Germanischer Urzeit, Hermann Schaffstein Verlag, Erstes der
Grünen Bändchen, Jadu 2000.
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