Die Kelten, ein indoeuropäisches Volk, die von
den Römern auch Gallier, das heißt Kämpfer genannt wurden, besiedelten
in Deutschland zuerst Südwestdeutschland und die Rheingegend. Ihre
großen Wanderungen begannen sie im Jahrtausend vor Christus. Sie siedelten
vor allem in Frankreich (Gallier), auf den britischen Inseln (Gälen
und Briten), in Italien, in Spanien und Kleinasien (Galater).
Die Mehrheit von den Kelten wurden von den Römern unterworfen
und assimiliert, eine nicht geringe Zahl führte jedoch zu Beginn
des Mittelalters ein einständiges Leben.
Durch die angelsächsische Eroberung Englands wurden
die Briten nach Westen gedrängt, zu Beginn des 6. Jahrhunderts
entgültig besiegt und zum Verlassen ihres Landes gezwungen. Ein
Teil ging in den örtlichen keltischen Stämmen von Wales
und Cornwall auf, andere siedelten sich auf dem Kontinent in der Bretagne
an, der sie auch den Namen gaben. Dort konvertierten sie zum Christentum,
behielten aber ihre Sprache. In Irland bestand das primitive Sozialsystem
der Kelten auch nach der Christianisierung und bis zur englischen
Eroberung von 1172 weiter. Die Kirche war an dieses System angepaßt
und trug zu seiner Erhaltung auch in der Krisenzeit der Wikingereinfälle
(9. bis 10. Jahrhundert) bei. Auch nach dem Zusammenbruch der Klans
unter dem Druck des englischen Feudal- und Kirchensystems bewahrte
die keltische Bevölkerung ihren ethnisch-sprachlichen Charakter.
In Schottland errichteten die kelten auf der Grundlage des Stammes-und
Klanssystems ein Königreich. Die südlichen Teile absorbierten
das Feudalsystem des anglo-normannischen England, während der
kaledonische Norden weiter seine ursprüngliche Sozialstruktur
bewahrte.
Die einzelnen keltischen Stämme haben sich im Laufe der Zeit mit der
einheimischen Bevölkerung vermischt. Erhalten hat sich die keltische
Sprache zum Teil noch in Wales, Schottland, Irland und in der französischen
Bretagne, da die Kelten über 500 Jahre in Mitteleuropa seßhaft gewesen
sind.
Die Kelten wanderten in der Jüngeren Eisenzeit, also etwa um 500 v.
Chr. aus Frankreich kommend ins Allgäu ein. Sie siedelten hautpsächlich
im Westallgäu und um Kempten. Das Allgäu zählt
zu den Kerngebieten keltischer Siedlungskultur. Die Entschenburg bei
Sonthofen und die Schöllanger Burg sollen einmal keltische Fliehburgen
gewesen sein. Die Kelten waren hervorragende
Ackerbauern, Viehzüchter und Eisenschmieder. Sie erfanden den Eisenbergbau.
Als keltische Errungenschaft gelten auch das
Schottenmuster, die Pferdeschwanzfrisur bei Männern und die Seife.
Pferde wurden sehr verehrt und man sagt, daß
sie als Reitervolk die Hose erfunden haben sollen. Außerdem
waren sie geschickt in der Herstellung von Tongefäßen. Sie kannten
bereits Geldmünzen und die Goldschmiedekunst.
Quelle:
u.a. Enzyklopädie des Mittelalters, Aryeh Grabois; Übersetzung
von Michael Toch; M. Dillon-N. K., Die Kelten, 1966; Edition Atlantis,
© Athenäum Verlag GmbH, Frankfurt, Jadu 2000
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