Tonpoeten um 1850Konzertmusik 1830 bis 1860

Auch auf der Seite: Opernouvertüren, die nur noch oder gern als Konzertstück aufgeführt werden

1824 1. Sinfonie c-Moll Mendelssohn-B. Orchester
1826 Ouvertüre Sommernachtstraum Mendelssohn-B. Orchester
1830 5. Sinfonie d-Moll, Reformationssinfonie Mendelssohn-B. Orchester
1830 Fantastische Sinfonie op. 14 Berlioz Orchester
1830 1. Klavierkonzert f-Moll, op. 21 Chopin Klavier, Orchester
1830/33 2. Klavierkonzert e-Moll, op. 11 Chopin Klavier, Orchester
1830 Fantasie in A-Dur (über polnische Lieder), op. 13 Chopin Klavier, Orchester
1830 Rondo a la Krakowiak, op. 14 Chopin Klavier, Orchester
1832 Sinfonie C-Dur Wagner Orchester
1832/36 Polonia Wagner Ouvertüre. Orchester
1832 Klavierkonzert g-Moll Mendelssohn-B. Klavier, Orchester
1833 4. Sinfonie A-Dur, die Italienische Mendelssohn-B. Orchester
1834 Harold in Italien Belioz Sinfonische Dichtung. Orchester
1835 Ouvertüre "Melusine" Mendelssohn-B. Orchester
1835 Christoph Columbus Wagner Ouvertüre
1837 Holzschuhtanz aus "Zar und Zimmermann" Lortzing Ballettmusik. Orchester
1839 Romeo und Julia Berlioz Sinfonie. Soli, Chor, Orchester
1839 Walzerphantasie Glinka Orchesterstück
1840 2. Sinfonie B-Dur, "Lobgesang" Mendelssohn-B. Chor, Orchester
1840 Trauer- und Triumphsinfonie Berlioz Orchester
1840 Faust Wagner Ouvertüre. Orchester
1841 1. Sinfonie B-Dur, op. 38, Frühlingssinfonie Schumann Orchester
1841 Sinfonietta E-Dur, ob. 52 Schumann 3sätzige Sinfonie. Orchester
1841/53 4. Sinfonie E-Dur, op. 120 (Sturm und Drang) Schumann durchkomp. Sinfonie. Orchester
1841/45 Klavierkonzert a-Moll, op. 54 Schumann Klavier, Orchester
1842 3. Sinfonie a-Moll, die Schottische Mendelssohn-B. Orchester
1843 Musik zu "Sommernachtstraum" (Hochzeitsmarsch u.a.) Mendelssohn-B. Schauspiel. Orchester
1844 Violinkonzert Mendelssohn-B. Violine, Orchester
1845 Jota aragonese Glinka Ouvertüre. Orchester
1846 2. Sinfonie D-Dur, op. 61 Schumann Orchester
1846 Musik zu "Fausts Verdammung" (Rakoczi-Marsch u.a.) Berlioz Schauspiel. Orchester
1848 Kamarinskaja. Variationen Glinka Orchesterstück
1848 Bajka Moniuszko Ouvertüre. Orchester
1848 Die Wüste David Sinfonische Ode. Orchester
1849 Konzertstück für 4 Hörner und Orchester F-Dur Schumann Hörner, Orchester
1849 Konzertstück für Pianoforte Schumann Klavier, Orchester
1849 Tasso, Lamento e Trionfo Liszt Sinfonische Dichtung. Orchester
1850 3. Sinfonie Es-Dur, op. 97, Die Rheinische Schumann 5sätzige Sinfonie. Orchester
1850 Violoncellokonzert a-Moll, op. 129 Schumann Cello, Orchester
1851 Die Braut von Messina, op. 100 Schumann Ouvertüre. Orchester
1851 Julius Cäsar, op. 128 Schumann

Ouvertüre. Orchester

1851 Hermann und Dorothea, op. 136 Schumann Ouvertüre. Orchester
1851 Musik zu "Manfred" (Ouvertüre u.a.) Schumann Schauspiel. Orchester
1851 Eine Nacht in Madrid Glinka Ouvertüre. Orchester
1853 Festouvertüre mit Gesang, op. 123 Schumann

Chor, Orchester

1853 Ouvertüre zu Szenen aus Goethes "Faust" Schumann Orchester
1853 Violinkonzert d-Moll Schumann Violine. Orchester
1853 Konzert-Allegro, op. 134 Schumann Klavier, Orchester
1853 Phantasie op. 131 Schumann Violine, Orchester
1854 Eine Faust-Sinfonie Liszt progr. Sinfonie. Chor, Orchester
1854 Les Preludes Liszt Sinfonische Dichtung. Orchester
1855 1. Klavierkonzert Es-Dur Liszt Klavier, Orchester
1857 2. Klavierkonzert A-Dur Liszt Klavier, Orchester
1858 Der nächtliche Zug Liszt Orchesterstück
1858 Musik zu "Halka" (Mazur, Tänze der Bergbewohner) Moniuszko Ballettmusik. Orchester
1859 Der Tanz in der Dorfschenke (Mephisto-Walzer) Liszt Orchesterstück
1860 6 Ungarische Rhapsodien Liszt Orchesterstücke
1866 Trauerfeier für Tasso Liszt Epilog zu "Tasso". Orchester
       
Konzertstücke ohne Zeitangabe
  Musik zu "Fürst Cholmski" Glinka Schauspiel. Orchester
  Klavierkonzert d-Moll Mendelssohn-Bartholdy Klavier, Orchester
  Capriccio brillant Mendelssohn-Bartholdy Klavier, Orchester
  Meeresstille und Glückliche Fahrt, Hebriden, Ruy Blas Mendelssohn-Bartholdy Ouvertüren. Orchester
  Polonaise brillante Chopin Klavier, Orchester
  Dante-Sinfonie Liszt progr. Sinfonie. Chor, Orchester
  Nachklänge aus Ossian Gade Ouvertüre. Orchester
Opernouvertüren, die nur noch oder gern als Konzertstück aufgeführt werden
1828 Der Vampyr Marschner 1844 Römischer Karneval Berlioz
1831 Norma Bellini   Aktvorspiel aus "Benvenuto Cellini"  
1833 Hans Heiling Marschner 1844 Alessandro Stradella Flotow
1836 Das Liebesverbot Wagner 1845 Tannhäuser Wagner
1836 Iwan Sussanin Glinka 1847 Martha Flotow
1838 Benvenuto Cellini Berlioz 1847 Genoveva Schumann
1840 Die Regimentstochter Donizetti 1848 Lohengrin Wagner
1840 Rienzi Wagner 1849 Die lustigen Weiber von Winsor Nicolai
1841 Der fliegende Holländer Wagner 1853 Vorspiele von La Traviata Verdi
1842 Nabucco Verdi 1855 Die sizilianische Vesper Verdi
1842 Der Wildschütz Lortzing 1858 Halka Moniuszko
1842 Ruslan und Ludmilla Glinka 1859 Ein Maskenball Verdi
1843 Don Pasquale Donizetti 1859 Tristan und Isolde Wagner
           


F. Mendelssohn-Bartholdy: Sommernachtstraum (1826)

Als erste seiner "charakteristischen Ouvertüren" schrieb der Siebzehnjährige die Sommernachtstraum-Ouvertüre. Ein familiäre Beziehung zu Friedrich Schlegel – Übersetzer der Shakespeare-Dramen – brachte ihm die Welt des englischen Dramatikers nahe. Mit der Ouvertüre zum Sommernachtstraum drang zum ersten Mal Mendelssohns Ruf über Berlin hinaus. Mit der romantischen Naturbeseelung, dem Waldesrauschen, dem Zauber der Mondnacht und dem Flüstern der Elfen und Nixen hatte er ein Werk geschaffen, das in seiner märchenhaften Poesie eines der schönsten Zeugnisse der musikalischen Romantik wurde. Als siebzehn Jahre später der reife Meister seine vollständige Musik zum Sommernachtstraum schrieb, übernahm er, der sonst immer wieder an seinen Werken ausgiebig feilte, die Ouvertüre ohne jede Änderung.

R. Schumann: Die Rheinische (1850)

Als Robert Schumann 1850 nach Düsseldorf übersiedelte, lebte er in der neuen Umgebung wieder zu schöpferischer Tätigkeit auf, und es reifte der Plan, in einem sinfonischen Werk die Lieblichkeit der Landschaft, die erhabene Größe des Kölner Doms und die bunte Fülle des rheinischen Volkslebens widerzuspiegeln. Es entstand die 3. (eigentlich die 4., die letzte) Sinfonie, in der Schumann die Satzzahl auf fünf erweiterte, um alle Eindrücke musikalisch gestalten zu können. Ein charakteristisches schwungvolles Thema bestimmt den ersten Satz (Es-Dur), nach einem gemächlichen Länderthema das Scherzothema den zweiten (C-Dur). Der dritte Satz in As-Dur hat serenadenhaften Charakter, über ihm liegt der milde Glanz einer Mondnacht. Aus dem 4. Satz strömt die erhabene Stille des Kölner Doms, aber auch die pompöse Feierstimmung einer Kardinalserhebung. Das feierliche Schrittthema wird dabei zu einem kunstvollen kontrapunktischen Gewebe verarbeitet. Aus der feierlichen Atmosphäre führt uns der fünfte Satz unmittelbar in das ausgelassene Getümmel des rheinischen Karnevals.

 



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