Deutsche RenaissanceMeistersinger-Schulen
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gelten als Fortführung der Minnesänger-Tradition (Heinrich
von Meißen Frauenlob), deren älteste Vertreter neben diesem
Konrad Marner, der alte und der junge Stolle, Heinrich von Mügelin,
Mülich von Prag, Bartel Regenbogen, Muskatblüt, Lesch, Harder
und Michel Beheim (1416-1474, 11 Melodien erhalten) sind. Seit 1450
sind förmliche Singschulen nachweisbar, in denen nach bestimmten
Satzungen* Poesie und Singkunst gepflegt und nach vorschriftsmäßigen
Probeleistungen verschiedene Grade verliehen wurden (analog dem Handwerk:
Lehrling, Geselle, Meister...), und zwar in Mainz, Augsburg, Worms,
Prag, Straßburg, Nürnberg usw., strahlte aber bis nach Ostpreußen,
Schlesien und Mähren (Görlitz, Breslau, Iglau) aus. Zu besonderer
Bedeutung gelangte im 16. Jahrhundert die Nürnberger Singschule
(Hans Sachs (siehe Seite), Hans Folz der um 1500 die selbst zu
verfassenden Preismelodien einführte , Vogelsang, Konrad
Nachtigall. Weitere Nürnberger Meistersänger: L. Nunnenbeck,
H. Vogel, Benedikt von Watt, A. Metzger, G. Harder. * 4 Merker kontrollierten beispielsweise die Preisgesänge Übereinstimmung mit den entsprechenden Kapiteln der Bibel, richtige Verwendung der Tabulaturgesetze, Reinheit der Reime, Beachtung der musikalischen Form. Tabulatur- und technische Fehler waren u.a. religiöse Abweichungen, falsches Latein, Unterschlagung, Verlängerung oder Verkürzung von Worten, gleiche Worte am Versanfang und nacheinander, Zusammenziehung von Silben, unnatürliche Wortstellung im Satz, Nichtentsprechung im Strophenbau, falsches Pausieren und Binden, falsche Tonhöhen. |
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Die Melodien richteten sich streng nach dem Versbau. Eine Strophe (bar) setzte sich aus zwei Stollen und dem Abgesang (Steig) zusammen, wobei einem Vers (achtsilbig) ein Melodiegerüst von zwei Takten mit gleichmäßigen Vierteln entsprach, das durch Koloraturen erweitert werden konnte. Nach dem Abgesang konnte nochmals ein Stollen folgen, dessen Melodie dem Anfangsstollen entsprach |