MittelalterArs nova 1320 bis 1420
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Auch auf der Seite: Treccento-Kunst die neue Kunst (lat.) in der Musik des 14. und beginnenden 15.
Jahrhunderts (im Gegensatz zur Ars antiqua
von den Zeitgenossen so genannt) in Frankreich sowie in einigen Nachbarländern.
Merkmale der Ars nova: Ausbildung der Mensuralnotation, gleichberechtigte
Verwendung dreizeitiger ("perfekter") und zweizeitiger ("imperfekter")
Mensur, Ausbildung der Isorhythmik
und Isoperiodik. Von der Ars antiqua hebt sich die Ars nova besonders
dadurch ab, daß sie weltliche Formen liebt und die französische
Sprache vor der lateinischen bevorzugt; die Inhalte werden emotioneller,
auch subjektiver. Neben der Motette treten als
wichtige Liedformen Rondeau, Virelai,
Chace (Caccia), Ballade (Balata).
Die Motette weist zwei textierte Oberstimmen und ein 1- oder 2stimmiges
Instrumental-Fundament auf. |
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Für Italien wird oft die Bezeichnung Treccento-Kunst verwendet,
da sich die italienische Musik stark von der französischen abhebt.
Der italienischen Ars nova fehlt eine Großform (wie in Frankreich
die Motette). Sie ist ausgesprochene Liedkunst. Die Ausprägung der
Tonalität ist der eigentliche italienische Beitrag zur Musik des
14. Jahrhunderts. |
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um 1300 (Machault?) bis 1377 (Reims), französischer Kleriker, Komponist
und Dichter, an verschiedenen Höfen tätig, später Canonicus,
Hauptwerk Messe de Notre Dame (um 1345). |
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31. 10. 1291 bis 9. 6.1361, französischer Kleriker, Dichter, Komponist
und Musiktheoretiker, am französischen Hof tätig, später
Bischof von Meaux. Hauptwerk: Schrift Ars nova (1320). |
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um 1290 bis nach 1351, französischer Kleriker, Mathematiker, Astronom
und Musiktheoretiker, Haupttheoretiker der Ars nova, Hauptwerk: Schrift:
Musica speculativa secundum Boetium. |
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um 1380 bis 1453 (London?), "Canonicus und Musicus" des Herzogs
von Bedfort, mit ihm auch in Paris, Hauptwerke Ballata O rosa bella,
Motetten Quam pulchea es und Veni sancte spiritus. Tinctoris
nennt ihn den ältesten Komponisten, der "einwandfreie Musik"
komponiert habe. |
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geb. (Fiesole) bis 2. 9.1397 (Florenz), bedeutendster italienischer Komponist
des 14. Jahrhunderts, früh erblindet |
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auch Johannes de Florentia, italienischer Komponist, erhalten sind zweistimmige Madrigale (16) und dreistimmige Caccien |
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italienischer Komponist, erhalten eine dreistimmige Caccia, 10 zweistimmige Madrigale |
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italienischer Komponist, an den Höfen in Verona und Mailand tätig. |
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um 1335 (Lüttich) bis 1411 (Padua), Komponist und Musiktheoretiker,
in Italien und Flandern tätig (Übergang zur franko-flämischen
Epoche), nimmt innerhalb der Ars nova eine eigene epochebildende Stellung
ein. |
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Im Gegensatz zur Motette der Ars antiqua erweitert sich nach 1300 die Instrumentenbegleitung auf drei bis vier Spieler. Das bisher von der Männerstimme ausgeführte triphum wird in die Diskantlage verlegt (Knabenstimme), in der Ars nova folgt ihm der Motetus, so daß nun ein Diskantpaar dem Tenor gegenübersteht. Als neuer Typ erscheint die isorhythmische Motette. Im Tenor verwendet man allgemein die Technik der Diminution oder entsprechenden Mensurwechsel, zur Steigerung auch Hoketus-Partien. Die Motetten sind nun vierstimmig, mit einem Contratenor als Füllstimme in der Tenorlage. Kein Baßfundament. Erstarrung der französischen Form, neu der imitierende Stil Ciaconias (Jacopo di Bologna, F. Landino, M. de Perugia) |
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französisches Reigentanzlied des 13. Jahrhunderts mit Refrain, das im Wechselgesang zwischen Vorsänger und Chor als 6zeilige Strophe in der musikalischen Forn aAabAB ausgeführt wurde. Die Troubadours und Trouvers griffen diese Form auf und gestalteten sie kunstvoll um. Seit Adam de la Hale steht der Refrain auch am Anfang, und die im Tenor liegende Melodiestimme wanderte in die Oberstimme. Polyphone Rondeaus schrieben G. de Machaut, er nahm auch den Krebsgang in seine Rondeaus auf |
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französische Lied- und Gedichtform des 12./14. Jahrhunderts. Charakteristisch ist die meist verwendete Refrain-Rahmung (A bb a A; der Abgesang a wurde auf die Melodie des Refrains A gesungen |
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im 14./15 Jahrhundert in Italien ein 2stimmiger vokaler Kanon, zu dem sich eine dritte, instrumentale Stützstimme gesellte. Der Name Caccia ("Jagd") läßt sich von der kanonartigen Technik, aber auch vom Text er behandelt Jagd- und andere realistische Szenen her erklären |
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ursprünglich ein Tanzlied, wird die Ballade im 14./15. Jahrhundert in Frankreich und Italien ein strophisches Sololied mit Refrain, meist für eine Männerstimme und zwei- bis dreistimmige Instrumentalbegleitung; die Melodik ist affekthaft und expressiv. Hauptmeister ist Guillaume de Machaut |
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Die Mensur zeigt an, in welchem metrischen Verhältnis eine Note zu der nächst kleineren steht: eine unpunktierte Note kann den Wert von 2 oder 3 kleineren Noten haben (imperfekte oder perfekte Mensur). Diese Wertigkeit wird bestimmt durch die vorherrschende Mensur (Mensur-Zeichen, Notenwerte). Notenwerte waren Brevis, Semibrevis und Longa sowie Minima und Semiminima mit ihren verschiedenen Tempi. Die Proportionen legen die Vergrößerung oder Verkleinerung metrischer Werte in bestimmten Verhältnissen (wie 1:2, 2:3 usw.) fest |
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Tonsätze, in denen unabhängig von Melodie und Text ein rhythmisches Grundgerüst mehrmals genau wiederholt wird (vor allem in der isorhythmischen Motette des 14. Jahrhunderts). Differieren dabei die Länge von Melodie/Text und Rhythmusmodul, setzt das Rhythmusmodul jeweils an einer anderen Stelle von Melodie/Textes neu ein, gibt es die typischen isorhythmischen Variationen |