Tonpoeten um 1850Oper 1830 bis 1860

Typ I und III
1825 Paris Mauer und Schlosser Auber Komische Oper
1827 Mailand Der Pirat Bellini Oper
1828 Paris Die Stumme von Portici Auber Oper
1829 Paris Wilhelm Tell Rossini Große Oper
1829 Mailand Die Fremde Bellini Oper
1830 Paris Fra Diavolo Auber Komische Oper
1831 Mailand Die Nachtwandlerin Bellini Oper
1831 Mailand Norma Bellini Oper
1831 Paris Robert der Teufel Meyerbeer Oper
1831 Paris Zampa Herold Oper
1832 Mailand Der Liebestrank Donizetti

Komische Oper

1833 Mailand Lucrezia Borgia Donizetti Oper
1833 Paris Der Maskenball Auber Oper
1833 Paris Le Pre-aux-Cleres Herold Oper
1835 Neapel Lucia Lammermoor Donizetti Große Oper
1835 Paris Die Puritaner Bellini Oper
1835 Paris Die Jüdin Halevy Oper
1835 Paris Der Blitz Halevy Oper
1838 Neapel Il Campiello Donizetti Komische Oper
1836 Paris Die Hugenotten Meyerbeer Große Oper
1836 Paris Der Postillon von Lonjemeau Adam Komische Oper
1837 Paris Der schwarze Domino Auber Oper
1837 Mailand Der Schwur Mercante Oper
1838 Paris Benvenuto Cellini Berlioz Oper
1839 Mailand Der gedungene Mörder Mercante Oper
1840 Paris Die Favoritin Donizetti Oper
1840 Paris Die Regimentstochter Donizetti Komische Oper
1841 Paris Die Krondiamanten Auber Oper
1841 Paris Die Königin von Cypern Halevy Große Oper
1842 Wien Linda di Chamounix Donizetti Oper
1842 London Die Zigeunerin Balfe Große Oper
1843 Paris Don Pasquale Donizetti Komische Oper
1847 Havanna Cristophoro Colombo Bottesini Große Oper
1849 Paris Der Prophet Meyerbeer Große Oper
1852 Paris Die Nürnberger Puppe Adam Komische Oper
1852 Paris Wenn ich König wäre Adam Komische Oper
1854 Paris Der Nordstern Meyerbeer Große Oper
1856 Paris Manon Lescaut Auber Oper
1856 Paris Das Glöckchen des Eremiten Maillart Oper
1858 Paris Der Arzt wider Willen Gounod Komische Oper
1862 Baden-Baden Beatrice et Benedict Berlioz Oper
1862 Paris Die Trojaner in Karthago Berlioz Oper
1865 Paris Die Afrikanerin Meyerbeer Große Oper
1890 Karlsruhe Die Einnahme von Troja Berlioz Oper
         
Typ II und IV
1828 Leipzig Der Vampyr Marschner Oper
1829 Leipzig Der Templer und die Jüdin Marschner Oper
1833 Berlin Hans Heiling Marschner Romantische Oper
1835 Leipzig Die beiden Schützen Lortzing Komische Oper
1837 Leipzig Zar und Zimmermann Lortzing Komische Oper
1840 Leipzig Hans Sachs Lortzing Komische Oper
1842 Leipzig Der Wildschütz Lortzing Komische Oper
1844 Hamburg Alessandro Stradella Flotow Romantische Oper
1845 Leipzig Undine Lortzing Romantische Zauberoper
1846 Wien Der Waffenschmied Lortzing Komische Oper
1847 Wien Martha Flotow Romant. komische Oper
1848 komponiert Regina Lortzing Oper
1849 Berlin Die lustigen Weiber von Windsor Nicolai Komische phant. Oper
1850 Leipzig Genoveva Schumann Phantastische Oper
1851 Frankfurt Die Opernprobe Lortzing Komische Oper
1855 Petersburg Russalka Dargomyshski Oper
         
Vorläufer der Nationalen Schulen
1826   Drottar (Der Drahtbinder) Skroup Singspiel
1836 Petersburg Iwan Sussanin Glinka Oper
1842 Petersburg Ruslan und Ludmilla Glinka Oper
1844 Budapest Hunyady Erkel Oper
1847 Moskau Esmeralda Dargomyshski Oper
1852/61 Budapest Bank Ban Erkel Oper
1858 Warschau Halka Moniuszko Oper
1867 komponiert Das Gespensterschloß Moniuszko Oper
         


D.F.E. Auber: Die Stumme von Portici (1828)

Dem Libretto liegen historische Vorgänge zugrunde, und zwar der neapolitanische Fischeraufstand 1647/1648. Die "Revolutionsoper" hatte schon zur Uraufführung 1828 in Paris einen gewaltigen Erfolg. Auber hat eine Musik geschrieben, die manche Konzession des Textbuches an die Zensur übertönt. Sie atmet in ihren aufrüttelnden Partien den Geist des Massenliedes aus der Französischen Revolution. Eine starke Rolle spielen die Chöre des Volkes, die dem Werk entscheidend das Gepräge gaben. Charakterisierung der Fischer – kämpferische Barcarole, der Adel – die "große Oper".

G. Rossini: Wilhelm Tell (1829)

Mit "Tell" versuchte Rossini eine Wiederbelebung der Revolutionsoper (revolutionäre Situation um 1930!). 1829 erlebte das Werk seine Uraufführung an der Großen Oper in Paris. Zukunftsweisend: Ballette, Massenszenen und Orchesterpantomimen sind dabei typische französische Attribute, während Rossini in der kantablen Melodik seine italienische Herkunft nicht verleugnet.

D.F.E. Auber: Fra Diavolo (1830)

Die Uraufführung der Oper fand am 28. Februar 1830 in Theater Feydeau, der damaligen Opera comique, statt. Librettist war Eugene Scribe, ein liebenswürdiger, geschickter und geistreicher Textdichter. Die Musik offenbart Auber als den vielleicht besten französischen Komponist der komischen Oper des 19. Jahrhunderts. Er vereint in seinem Werk Grazie, Liebenswürdigkeit, Leichtigkeit mir einer amüsanten Charakterisierung der Gestaltung.

V. Bellini: Norma (1831)

Nach der gleichnamigen Tragödie von Soumet und Belmontet schrieb Bellinis Librettist Felice Romani das Textbuch. Die Komposition der Oper nahm Bellini am Comersee und in Mailand etwa vier Monate in Anspruch. Nach nur kurzer Probenzeit von nur eine Woche fand dann das Werk am zweiten Weihnachtstag 1831 an der Mailänder Scala seine erste Aufführung. Heute ist "Norma" in Deutschland fast völlig vergessen, in Italien jedoch erfreut sie sich mit ihren an Koloraturen reichen Partien – verlockende Aufgabe jedes Sängers – weiterhin große Beliebtheit.

A. Adam: Der Postillon von Lonjumeau (1836)

Die Oper war in der Vergangenheit eines der populärsten Werke der leichtgeschützten französischen Konversationsoper überhaupt. Doch so geschickt das Textbuch (Adolph de Leuven und L.L. Brunswick) und so leicht, beschwingt und eingängig die Musik – die vollständige Oper ist fast ausnahmslos von den Bühnen verschwunden, nur einige Nummern haben ihre Beliebtheit erhalten können. Die Uraufführung fand am 15. Oktober 1836 in der Pariser Opera comique statt.

G. Donizetti: Die Regimentstochter (1840)

Die Librettisten J. Saint-Georges und A. Bayard lieferten Donizetti das Textbuch zu diesem Werk, das 1840 an der Pariser Oper seine Uraufführung erlebte. Noch im gleichen Jahr trat es seinen Siegeszug durch Italien an. Züge der italienischen Buffo-Oper sind in der "Regimentstochter" mit dem typisch französischen Esprit der Opera comique verschmolzen, der sich besonders in der spritzigen Rhythmik abzeichnet.

H. Marschner: Hans Heiling (1833)

Mendelssohn-Bartholdy hatte das Libretto von Eduard Devrient abgelehnt (Neffe des berühmten Schauspielers). Marschner war sofort bereit, es zu vertonen. Im Berliner Opernhaus wurde das Werk am 24. Mai 1833 uraufgeführt. Besonders gelungen ist ihm die Wiedergabe des Dämonischen in Heiling, sein Suchen nach menschlichem Fühlen und Denken sowie seine Größe beim Verzicht auf die Liebe eines Mädchens.

A. Lortzing : Zar und Zimmermann (1837)

Schon von vielen gestaltet, hat einen nachhaltigen Erfolg nur Lotzings Werk gehabt. Als Vorlage dienten ihm zwei Akte des französischen Lustspiels "Der Bürgermeister von Saardam und die zwei Peter" von Melesville, Merle und Boirie, der dritte Akt ist Lortzings eigene Schöpfung. Am 22. Dezember 1837 erfolgte die Uraufführung in Leipzig, bei der Komponist selbst den Peter Iwanow sang.

A. Lortzing : Undine (1845)

Fast 30 Jahre waren vergangen seit der Hoffmannschen "Undine", als Lortzings Oper, der ebenfalls de la Motte-Fouques Erzählung zugrunde lag, auf die Bühne kam. Allerdings änderte er den tragischen Schluß in ein ihm mehr liegendes glückliches Ende um. Am 25. April 1845 fand die Uraufführung in Magdeburg statt. Lortzing hat in dieser Oper ebenso wie Hoffmann in seiner "Undine" Leitmotive verwendet und so seinem Werk einen thematischen Zusammenhang gegeben, der seinen Opern bis dahin fremd war.

F. von Flotow: Martha (1847)

Für diese bekannteste seiner Opern griff Flotow auf einen alten Stoff zurück, den er 1843 schon einmal als Ballett vertont hatte. Zur Seite stand ihm W. Friedrich als Librettist. Am 9. März 1849 fand die Premiere in Wien (Theater an der Wien) statt. Flotows Ruf als Opern-Komponist wurde mit "Martha" endgültigt gefestigt.

O. Nicolai : Die lustigen Weiber von Windsor (1849)

Nach Nicolais Vorschlägen schrieb H.S. Mosenthal nach Shakespeares Drama den Text. Am 9. März 1849 fand die Uraufführung im Königlichen Opernhaus in Berlin unter Leitung des Komponisten statt. Unverkennbar Nicolais Begabung für dramatische Vertonung: Es vereinen sich eine starke melodische Erfindungskraft, treffende Personencharakterisierung und erfrischender Humor.



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