RenaissanceDeutsche Renaissance 1420-1600
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Auch auf der Seite: Reformation/Humanismus Italienische Renaissance Grundlage ist die Blüte des Volksliedes im 15./16. Jh., Ausdruck
des aufstrebenden Bürgertums nördlich der Alpen. Bergbau,
Städte, Handel waren führend mit in Europa, bildeten die Basis
für das frühe Kapital (Fugger). Wie in Italien (Frottola,
Villanella,Balletti als Vorfomen des Madrigals) wird das deutsche Volkslied
zum Ausgangspunkt der abseits von den Hochburgen der Polyphonie sich
vollziehenden Erneuerung der Kunstmusik. Bezeichnend die aus dieser
Zeit überlieferten Sammlungen, deren Sätze ebenbürtige
Nachfolger fanden im Barock (Heinrich Albert, Adam Krieger) und im 18.
Jh. (Liedschulen). Die bekanntesten Liederbücher sind das "Glogauer
Liederbuch", das "Görlitzer Liederbuch" und das
"Lochamer Liederbuch", aus dem letzten stammen so bekannte
Lieder wie "All mein Gedanken, die ich hab" und "Ich
fahr dahin". Neben dem Lied erlebte auch die Instrumentalmusik einen Aufschwung. Als Begleitung im Mittelalter vor allem (Minnesänger), wird sie als bürgerliche Haus-, Gebrauchs- und Repräsentationsmusik mehr und mehr eigenständig. Hausorgel (Portativ) und Laute sind als Instrumente für Hausmusik sehr beliebt, intavolierte, das heißt auf Instrumente übertragene Volksliedersätze werden durch Fiegende Blätter verbreitet. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Aufkommen des Notendrucks (Augsburg 1512, Mainz 1513). Eine auch als Instrumentalmusik ausgewiesene berühmte Liedersammlung sind beispielsweise die 5 Bände des Georg Forster1539-1556). Bedeutender ist aber das "Fundamentum organisandi" des blinden Organisten Conrad Paumann (1452), das mit seine Liedsätzen, Lehr- und Improvisations-Beispielen die schon zu damaliger Zeit hohe Kunst des Orgelspiels nachweist. Paumann ist der Erfinder der wichtigsten Orgeltabulatur. Weitere Orgeltabulaturen sind von Arnold Schlick (gest. nach 1527) und Nikolaus Elias Ammerbach (um 1530-1597). Daneben gab es weitere Tabulaturen für Laute und andere Instrumente. Unter den Lautenisten sind Hans Judenkunig (1460-1526) und Hans Newsidler (um 1508-1563) die bekanntesten.
Ständchen mit Blockföten und Laute, um 1500 Der Mönch und Reformator Martin
Luther (1483-1546) war nicht nur ein leidenschaftlicher Revolutionär
und gesellschaftlicher Erneuerer, Bibelübersetzer und Pädagoge,
sondern auch ein musikalischer Poet, dem das evangelische Gesangbuch
36 Choraldichtungen verdankt (zum Teil Übersetzungen lateinischer
Hymnen). Bekannt: "Vom Himmel hoch da komm ich her". Erster
Kantor der jungen wittenbergischen Gemeinde wurde Johann Walther (1496-1570),
der mit dem "Geystlich Gesanhk Buchleyn" Vorreiter protestantischer
Musik wurde. Auf Luther geht die Wertschätzung der Musik in der
Ausbildung der Jugend zurück, der Gesangunterricht wurde in den
protestantischen Schulen zu einer Stütze der neuen Religion. Noch
wichtiger als Walthers Gesangsbuch wurden die "Newe deudsche Geistliche
Geseng" von Georg Rhaw (erschienen 1544 in Wittenberg) mit eigenen
und Choralsätzen von Ludwig Senfl, Thomas Stolzer und Sixt Dietrich.
Sie waren für die "gemeinen Schulen" bestimmt und förderten
die Verbreitung des neuen evangelischen Liedguts. Hüter und Wahrer
des protestantischen Chorals wurde der Kantor, der als Organist und
Gehilfe bei Gottesdiensten daneben auch wichtige Funktionen in der Gemeinde
als Lehrer, Schreiber und anderes übernahm. Ausgangspunkte sind das Treccento und
Johannes Ciconia, der nationale Stil fügt sich in den niederländischen
Trend ein (die wichtigsten Stellungen werden vor allem im 16.
Jh. von Burgundern, Flamen und Nordfranzosen besetzt). Schwerpunkt
bei den italienischen Komponisten ist die Entwicklung des Madrigals
als aus der italienischen Volksmusik entwachsenden polyphone Form. Daneben
Messen, Motetten, Hymnen. Meister sind Franchino Gaffurio (1451-1522)
und vor allem Contanzo Festa (1580-1545, Rom), dessen Te deum heute
noch aufgeführt wird. Entsprechend der italienischen Besonderheit
der Konzentration der fürstlichen Höfe auf die Städte
(Palazzi) bilden sich im Gefolge sogenannte Schulen, die dann
im 16. Jh. musikalisches Leben und Entwicklung in den Städten bestimmen
(Mantua, Cremona, Ferrara u.a.) Von Bedeutung für die weitere Entwicklung
(absolutistische Kunst wie Monodie, Oper, Oratorium, Instrumentalmusik)
werden die Schulen der Römer, der Florentiner, der Venezianer und
später der Neapolitaner. |